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"The Man Who Wasn't There", Geniestreich der Coen-Brüder mit Frances McDormand und Billy B. Thornton.
HANNA SIX
Eine amerikanische Kleinstadt am Ende der 40er Jahre: Man bewohnt ein Einfamilienhaus, macht seinen Job und spricht nicht mit seiner Frau. Hier siedeln die Brüder Joel und Ethan Coen ihren neuesten, in strengem Schwarzweiß gehaltenen Film "The Man Who Wasn't There" an. Ed Crane ist ein schweigsamer Mann, der sich im Hintergrund hält. Er arbeitet als Friseur und sein Leben ist in eine Norm gepresst, die der Monotonie der immer gleichen Haarschnitte ähnelt, die er fabriziert. Er fühlt sich nicht wohl in seiner Rolle und wirkt im Barber-Shop genauso abwesend wie bei Dinner-Partys seiner Frau. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, aus der leeren Routine auszubrechen und mit 10.000 Dollar Geschäftspartner in einem Unternehmen zu werden, beschließt er, das Geld von dem Kaufhausbesitzer Big Dave zu erpressen, der ein Verhältnis mit seiner Frau hat. Damit setzt er eine unheilvolle Verkettung von Ereignissen in Gang. Obwohl Eds Stimme die Geschichte aus dem Off erzählt, wird bald klar, dass sie wohl für ihn kein gutes Ende nehmen wird. In formaler Anlehnung an den klassischen Film noir setzen die Coen-Brüder typische Versatzstücke dieses Genres ein: Die Betonung von Licht und Schatten mit extremer Beleuchtung mancher Szenen, das Klicken des Feuerzeugs, der Griff zur Zigarette. Geld bestimmt die Beziehungen zwischen den Menschen, Hoffnungen und Träume sind käuflich. Mit einem Schuss Ironie versehen, gelingt den Coen-Brüdern mit "The Man Who Wasn't There" eine spannende Hommage an dieses Genre. Frances McDormand, die für ihre Rolle im Coen-Streifen "Fargo" einen Oscar erhielt, glänzt als Eds abweisend überdrehte Frau Doris, Billy Bob Thornton gibt einen Ed Crane, dessen Miene selbst in Momenten höchster Emotion maskenhaft unbewegt bleibt. Auch für die Zuschauer ist Ed ein Mann, der nicht da ist, denn in seiner kühlen Distanz bietet er sich kaum als Identifikationsfigur an. Daraus ergibt sich ein hochartifiziell wirkender Film, der durch seine formale Präzision besticht.
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