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In Nick Hamms englischem Thriller "The Hole" mit Thora Birch und Embeth Davidtz wird dem Entsetzen mit roter Farbe nachgeholfen.
REINHARD KRIECHBAUM
Mit unschuldigen Augen schaut Liz der Psychologin ins Gesicht. Zaghaft beginnt sie zu erzählen von einem Abenteuer, das zum ultimativen Kick in Sachen erster Liebe hätte werden sollen. Wie sind die vier Jugendlichen überhaupt in den unterirdischen Bunker gekommen? Was geschah während der Gefangenschaft im "Hole"? Oder betrifft das "Hole" eher Liz' Gedächtnis? Es stellt sich nämlich heraus: Die junge Dame ist gewitzt im Fabulieren. Ob sie sich nicht erinnern will, ob sie absichtlich falsche Fährten legt?
Tatsache: ihre Freundin und die zwei jungen Männer sind nach den achtzehn Tagen im Verlies tot. Nicht verhungert, nein: Das hübsche Mädchen, an Bulimie leidend, ist an Herzversagen gestorben. Der eine Bursch ist erschlagen worden, der andere mit einem Stück rostiger Leiter in die Tiefe gestürzt. Liz allein hat überlebt.
In der ersten Sequenz des Films sehen wir, wie das Mädchen in Panik und ohne Schuhe in Richtung Schule, ein altes englisches Internat, läuft. Das Medieninteresse scheint gewaltig, aber der Kinobesucher bekommt Informationen nur in Häppchen. Die Geschichte läuft auf ein Eifersuchtsdrama hinaus - oder doch nicht?
"The Hole" ist spannend, weil die Handlung mehrmals entscheidend korrigiert wird. Manche Rückblende erweist sich im Nachhinein als Fiktion. Man darf nichts ausplaudern, vor allem nicht über die Rolle, die Liz selbst in dem Drama spielt. Denn der Film lebt von Überraschungseffekten, bis zur allerletzten Szene. Geschick bewies der Regisseur im Umgang mit den Schauspielern.
Thora Birch spielt die sechzehnjährige Liz. Sie mag unter Schock stehen, verschüchtert wirken - ihre Miene bleibt oft unergründlich für die Psychologin (Embeth Davidtz), der man ebenso wenig ansieht, ob sie ihrer Patientin nun Glauben schenkt oder Zweifel hegt. Differenzierte Leistungen auch von Desmond Harrington (Mike) und Laurence Fox (Geoff), eher konventionell gezeichnet ist Liz' Freundin Frankie (Keira Knightley). Nick Hamm hätte seinen Darstellern aber mehr zutrauen können. Kargheit in der Ausstattung und eine strengere Kameraführung hätten den Effekt gesteigert. So muss letztlich viel Schminke und rote Farbe herhalten.
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