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Robert De Niro in "Men of Honor", einer Geschichte aus der US-Navy.
REINHARD KRIECHBAUM
Nur unbedarfte Menschen glauben, dass Wasser etwas für Waschlappen ist. In Wirklichkeit sind dort ganze Kerle gefordert, vor allem in der Unterwasserabteilung der US-Navy. Die Navy-Taucher holen zwar nicht die Kastanien aus dem Feuer, aber dafür, wenn's sein muss, irrtümlich fallen gelassene Atombomben aus dem Mittelmeer. So etwas kann ja vorkommen. Die Ausbildung zum Taucher ist beinhart, sozusagen das Tüpfelchen auf dem "i" der militärischen Schinderei: Verdammt in alle Ewigkeit und noch ein gutes Stück drüber hinaus.
Nun denn, Zähne zusammenbeißen und durch! (Diese Aufforderung gilt übrigens auch für das Publikum.) Robert De Niro ist der rechte Typ für einen Ausbildner-Ungustl, dem das Schikanieren ein Herzensanliegen ist. Der Hass auf die Schwarzen verbindet ihn mit den meisten anderen im Trainingslager der Taucher, die sich nicht als Amphibien, sondern als amerikanischpatriotische Herrenmenschen verstehen. Und da kommt ausgerechnet ein Schwarzer daher: Carl Brashier (Cuba Gooding Jr.) hat daheim auf der harten Scholle der Südstaaten seine Lektion in Durchhaltevermögen verinnerlicht. Er macht die Unbill, schwarz zu sein, mit Zähigkeit wett.
Schließlich bringt er es trotz eines Unfalls, der ihn ein Bein kostet, zum höchsten Dienstgrad. Als eine neue "Macher"-Generation das Sagen bekommt, finden sogar er und der Erzfeind aus der Ausbildungszeit zueinander. Standesdünkel verbinden offenbar stärker, als die Hautfarbe trennt. Der Film verwöhnt nicht mit originellen Ideen. Regisseur George Tillman Jr. hantelte sich brav und bieder die Handlung entlang. Zu denken sollte geben, dass die Geschichte nicht erfunden ist. Carl Brashier war tatsächlich der erste dunkelhäutige Amerikaner, der eine solche Militärkarriere durchlief und auch noch stolz drauf ist. In der Ära Bush II sind solche Symbolfiguren vielleicht wieder gefragt. Traurig.
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