|
Komödie "Meine Braut, ihr Vater und ich" mit Robert de Niro und Ben Stiller.
DANIEL RONEL
Wie kränkend muss es sein, wenn man versucht, Sympathien zu gewinnen - und es gelingt nicht. Greg (Ben Stiller) weiß es. Er reißt Witze, über die keiner lacht, erzählt Geschichten, die keiner versteht, verschenkt ein Lächeln, das keiner zurückgibt. Schon gar nicht Jack Byrnes (Robert de Niro), sein Schwiegervater in spe. Als Greg bei Mama und Papa seiner Freundin antritt, gerät der Wochenendbesuch des jungen Liebespaares zur Tortour: Die künftigen Schwiegereltern sind 1a-Spießer. Mutter trägt eine Betonfrisur und Vater Jack ist ein mürrischer, misstrauischer Miesepeter, der Greg von Anfang an nicht leiden kann und ihn bald aus dem "Kreis des Vertrauens" ausschließt. Was Greg auch macht, er macht es falsch und hat gegen die Methoden des Ex-CIA-Psychologen ohnehin keine Chance: Eine Videokamera im Schlafzimmer, eine Rennfahrt durch die Nachbarschaft, ein kleiner Lügendetektortest: im unterschwelligen Krieg zwischen eventuellem Schwiegervater und Schwiegersohn liegt der graue Griesgram mit Schirmmütze und Katzentick durchwegs obenauf.
Unsere beiden Figuren finden das alles gar nicht lustig, der Zuschauer aber kann sich kaum halten bei diesem Kleinduell vor Lachen. Und das ist es, was gute Komiker ausmacht: Wenn sie ernst agieren und dabei komisch sind. Ben Stiller ("Verrückt nach Mary") als netter Tölpel und Robert de Niro als notorische Spaßbremse, der in seinem Karriereherbst auf einmal die Komödie entdeckt (siehe "Reine Nervensache"), haben genau das drauf. Deshalb sind die beiden hier bestens aufgehoben, auch und gerade deshalb, weil die Geschichte drum herum so banal ist. So ist "Meine Braut, ihr Vater und ich" eine Komödie über Schwiegereltern, Missverständnisse und Menschen, die keinen Humor haben und darüber, dass man manchmal einfach den Mund halten sollte. Und ganz nebenbei gehört er mit einem Einspielergebnis von über 150 Millionen Dollar zu den US-Überraschungshits des Herbstes. Sicher, der Film hat auch zähe und schwache Stellen - einen lustigeren aber gab es in diesem Jahr nicht.
|