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Josef Hader und Martin Puntigam in Leopold Lummerstorfers Streifen "Gelbe Kirschen".
MICHAEL STADLER
Welcome to Vienna!" - "I hope, it is Vienna and not Belgrade." Die zynische Antwort der russischen Wissenschafterin auf den Willkommensgruß durch den von Josef Hader gespielten Fremdenpolizisten Bucek ist verständlich. Immerhin landet die Frau bei ihrer Ankunft auf dem Wiener Westbahnhof gleich einmal in den Fängen des mobilen Fremdenkommandos, das auf der Jagd nach sogenannten Illegalen mit Verhaftungen wahrlich nicht geizt. Erst nach der "Amtsbehandlung" und nachdem alle erdenklichen Zweifel ausgeräumt sind, wird die Russin zu jenem Kongress entlassen, zu dem sie vom österreichischen Wissenschaftsministerium nach Wien eingeladen wurde. Regisseur Leopold Lummerstorfer, der bisher in erster Linie mit dokumentarischen Arbeiten wie "Der Traum der bleibt" in Erscheinung getreten ist, setzt sich in seinem Spielfilmdebüt mit den österreichischen Fremdengesetzen auseinander. Beleuchtet werden diese aus der Perspektive von Beamten, welche die Buchstaben des Gesetzes zu "exekutieren" haben. Ausforschung, Festnahme und Abschiebung von Ausländern ist sozusagen ihr tägliches Brot.
Als besonders eifrig tritt dabei Rudi Zöchinger (Martin Puntigam) in Erscheinung. Der junge Provinzgendarm, der durch die Intervention seines Schwagers und nunmehrigen Vorgesetzten Otto Bucek (Josef Hader) zum Fremdenkommando versetzt wurde, erweist sich bei den ersten Einsätzen als "schlagkräftige Verstärkung" des Teams. Privat scheint es für Rudi ebenfalls ganz gut zu laufen, denn er verliebt sich unsterblich in das Mädchen, das ihm am Würstelstand seinen Leberkäse serviert. Die beiden verbindet auch die geografische Nähe ihrer Herkunft. Alena (Sandra Bra) stammt aus einem Dorf, das unweit des Geburtsorts von Rudi liegt - aller-dings jenseits der Staatsgrenze. Der Umstand, dass Alena illegal in Wien arbeitet, verunsichert Rudi gehörig. Er beginnt plötzlich, auch die andere Seite zu sehen, und gerät in einen schlimmen Streit mit seinem überkorrekten Schwager, einem Opportunisten, der um seine Karriere fürchtet. Der Konflikt eskaliert und Rudi muss sich letztlich entscheiden: Gesetze oder Gefühle?
Trotz der kabarettistischen Besetzung der beiden Hauptrollen handelt es sich bei "Gelbe Kirschen" um keine Komödie. Abgesehen von einigen komischen Szenen ist es ein ziemlich ernsthafter Film geworden. Josef Hader und Martin Puntigam bestehen auch in diesem Fach. Leopold Lummerstorfer inszenierte den Streifen relativ unspektakulär - eine solid erzählte Geschichte über Grenzen, die nicht nur auf Landkarten, sondern auch in den Köpfen von Menschen existieren.
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