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Gags statt Satire
Zuerst ist die Schulwelt noch in Ordnung für Starla (Jane McGregor). Nichts und niemand kann ihre Karriere als Cheerleader bremsen. Gestylt wie Barbie persönlich, wirft sie ihre langen Beine, Kurven und die blonde Mähne in die Waagschale: der ganze Stolz ihrer Eltern, ein perfekter Aufputz von Schul-Events und Footballspielen.
Die französische Austauschstudentin mit ihrer dicken, altmodischen Brille sieht dagegen aus wie ein Fleisch gewordenes Mauerblümchen. Die Unschuld vom Lande - was ist schon Paris gegen die texanische Pampa, wo selbst die Kühe auf der Weide Format haben! Aber gerade diese biedere Mademoiselle erweist sich als erstaunlich lernfähig. Wo sich Starla auch nur die kleinste Blöße gibt, ist Genevieve LePouff (Piper Perabo) am Platz. Bald ist sie es, die Maßstäbe vorgibt. Und auch der tolle Footballspieler, Starlas Freund, läuft zur Konkurrentin über.
Aus dem scheinbar harmlosen Konkurrenzkampf wird Beauty-Terror. "Freche Biester", die Komödie über und für Teenager lebt von Tempo, lockeren Dialogen und deftiger Überzeichnung. Slapstick im Hühnerhof, Geschnatter im Barbie-Stall. Was dem von Melanie Mayron konventionell inszenierten Streifen nicht gelingen will: der Sprung von der seichten Unterhaltung zur Satire.
Gerade diese Story böte einige Möglichkeiten. Sie bleiben ungenutzt. Und am Ende, nachdem die Französin die Schul-Königin ausgehebelt hat, wird im Handstreich die Ordnung wiederhergestellt. Schmach und Schande für die bösartige Rivalin, die das amerikanische Nest beschmutzt hat! Im Nachspann steht Beruhigendes: Kein Franzose hat bei den Dreharbeiten leiden müssen. Und das Publikum?
REINHARD KRIECHBAUM
© SN.
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