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Eine Siedlung in der Sierra Nevada kurz nach dem großen Goldrausch: Eis und Kälte regieren nicht nur in der unwirtlichen Gegend, sondern auch in Gestalt des unumschränkt herrschenden Stadtgründers Daniel Dillon. Doch zwei Ereignisse brechen in die selbstgerechte Gegenwart Dillons ein: zunächst trifft der junge Vermesser Dalglish ein, der über den Streckenverlauf der South Pacific Railroad entscheidet und so bestimmt, ob die Stadt einen Anschluss an die Zukunft bekommt. Dann taucht eine todkranke Frau mit ihrer Tochter auf, und die Vergangenheit holt Dillon ein. Sie entpuppt sich nämlich als jene Frau, die Dillon einst samt gemeinsamem Baby verkauft hat, um an Schürfrechte zu kommen.
Michael Winterbottoms Film "The Claim" bietet eine ungewöhnliche Sicht auf den amerikanischen Gründungsmythos. Vom traditionellen Westernbild ist diese Siedlergemeinde inmitten einer atemberaubenden, aber unzugänglichen Landschaft weit entfernt.
Immigranten aus den verschiedensten Ländern hat das Versprechen von Gold und Reichtum hier zusammengewürfelt. Manche Bilder illustrieren eindrucksvoll ihre Träume und Wünsche, letztendlich auch ihr Scheitern. Dillon (Peter Mullan) scheint seine eisige Herrschaft wegzuschmelzen, als er versucht, seine Fehler aus der Vergangenheit wieder gutzumachen. Seine patriarchalische Ordnung geht mit seiner Stadt unter - die Eisenbahnlinie wird im Tal verlaufen und seine Tochter schließt sich dem Vermesser an.
Die neue Stadt an der Eisenbahnlinie wird schließlich von einer Frau gegründet, der selbstbewussten Bordellbesitzerin und Dillons Ex-Geliebter Lucy (Milla Jovovich), die nun aus seinem Schatten tritt.
HANNA SIX
© SN.
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