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In "Final Fantasy" kämpfen computeranimierte Darsteller gegen Aliens.
HANNA SIX
Darsteller, die von Scheitel bis zur Sohle aus dem Computer kommen und trotzdem wie echte Menschen wirken - das verspricht "Final Fantasy", der erste computeranimierte Spielfilm mit fotorealistischem Anspruch. Bis zum schimmernden Glanz im Haar der Protagonistin Dr. Aki Ross wurde jedes Detail am Computer entworfen, und doch wirken die virtuellen Stars seltsam leblos.
Die Bewegungsabläufe echter Schauspieler wurden mittels Motion Capturing in den Computer geladen, um die Bewegungen der animierten Darsteller so natürlich wie möglich aussehen zu lassen. Auch Augen aufreißen und die Stirn in Falten legen funktioniert schon ganz gut, im Großen und Ganzen sind Aki und ihre Kollegen aber in Mimik und Gestik doch noch sehr eingeschränkt.
Da man sich so sehr auf die Erschaffung des künstlichen Menschen konzentriert hat, blieb wohl für die Handlung des Films nicht mehr allzu viel Kreativität übrig. Sie setzt sich aus altbekannten Science-Fiction-Elementen zusammen: Durch einen Meteoreinschlag gelangen Aliens, die sich später als die Geister der Bewohner eines zerstörten Planeten entpuppen, auf der Erde. Menschen verteidigen sich in als riesige, erleuchtete Kuppeln befestigten Schutzzonen gegen die Invasoren, der Rest des Planeten liegt bereits in Schutt und Asche.
Unter den Überlebenden streiten sich zwei Gruppen um die Methode, die Aliens zu besiegen: Auf der einen Seite die Hardliner um den ultrabösen General Hein, die mit Waffengewalt losschlagen wollen, auf der anderen Seite die Wissenschafter um Aki Ross, die das Problem mit Hilfe so genannter Spirits lösen möchten, um zu verhindern, dass Hein mit seiner Wunderwaffe Gaia, den Geist der Mutter Erde, gleich mitzerstört.
Optisch gelungen sind allerdings die Aliens in den Action-Szenen und Traumsequenzen von Dr. Ross. Sie ist von einem Alien-Virus befallen. In ihren Träumen versuchen die Aliens, mit ihr zu kommunizieren. Ihr Design könnte direkt einem Albtraum von Regisseur Hironobu Sakaguchi entstammen. Nur wirbt "Final Fantasy" eben nicht mit am besten entworfenen Aliens, sondern mit natürlich wirkenden Darstellern. Reale Schauspieler müssen sich noch nicht fürchten, dass ihnen allzu bald von ihren computeranimierten Kollegen der Job streitig gemacht würde.
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