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Adam Sandler ist als "Little Nicky" einer von drei hoffnungsvollen Nachwuchs-Teufeln.
REINHARD KRIECHBAUM
Der Teufel ist ein gefundenes Fressen für Hollywood-Autoren, das Übersinnliche ist seit Jahren das Thema schlechthin - und so arbeitet der Zeitgeist der Hölle ganz offensichtlich aufs Effektivste zu. Gottlob zielen nicht alle Teufeleien auf blankes Entsetzen ab. "Little Nicky" ist eine g'spaßige Antwort auf den diabolischen Horror, der teuflische Super-GAU schlechthin. Die Buchstaben stehen in diesem Fall für "größter anzunehmender Unfug". Die Drehbuchautoren haben sich nicht lange aufgehalten mit Gedanken an eine schlüssige Geschichte und an Spannung schon gar nicht: Da wird anderthalb Stunden lang mit größtem Tempo und völlig wahllos in den Mitteln geblödelt. Regisseur Steven Brill und Hauptdarsteller Adam Sandler sind als Co-Autoren genannt und haben das Drehbuch vermutlich ihrerseits um Dinge aufgefettet, mit denen sich hemmungslos Klamauk machen lässt. Von des mystischen Gedankens Blässe ist "Little Nicky" in keiner Minute angekränkelt.
Nicky ist eine recht jämmerliche, aber liebenswerte Figur - kein Glanzpunkt im Triumvirat der Teufels-Söhne und potenziellen Nachfolger. Der amtierende Höllenfürst - Harvey Keitel - ist nach zehntausend Jahren auf dem Thron zwar schon reichlich abgeteufelt und amtsmüde, doch er ist ein Sesselkleber. Die beiden älteren Söhne sehen für sich keine rechte Zukunftsperspektive am Ort. Sie türmen deshalb und fangen an, in New York ihre eigene Vorstellung von Hölle zu verwirklichen. "Little Nicky" wird ausgesandt, die flotten Brüder wieder einzufangen. Es fehlt ihm freilich an der rechten Weltläufigkeit. Gutmütig wie er ist, hat er die größten Schwierigkeiten damit, das Böse rauszulassen - gegen Ende des Films erfahren wir auch, warum: Der Papa war mit einem blondlockigen Engel fremd gegangen. So viel himmlisches Blut erzeugt eben einen Gutmenschen, pardon: Gut-Teufel.
Adam Sandler sieht in der Rolle aus wie Dieter Hallervorden als Abiturient. Auch die schauspielerische Delikatesse legt diesen Vergleich nahe. Die Handlung dümpelt in rasantem Tempo dahin. Alle Klischees und alle Bestandteile, die zu einer ordentlichen Hölle und zu einem repräsentativen Krampus gehören, sind wie mit dem Handmixer durcheinandergemischt. Das hat im Einzelnen schon seinen Witz. Natürlich verliebt Nicky sich in eine etwas unterbelichtete, aber liebenswürdige New Yorkerin. Einer wie Nicky findet Tollpatsche wie sich im Himmel wie auf Erden . . .
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