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Lebenszeichen
Zeichen des Skorpions
Warten auf ein „Lebenszeichen”: Taylor Hackfords Entführungs-Thriller mit Meg Ryan und Russell Crowe.

WALTRAUD PROTHMANN

Als Alice (Meg Ryan) und Peter (David Morse) heftig zu streiten beginnen, ahnt man es schon: Das luxuriöse Landhaus – von einem Drogenbaron erbaut – mit seinen merkwürdigen Skorpion-Symbolen und Fetischen ist kein Vertrauen erweckender Ort. Peter, ein amerikanischer Ingenieur und Spezialist für Staudämme, merkt nichts. Er sieht nur seine Arbeit, die ihn mit Alice nach Südamerika führte. Sie aber ist der ständigen beruflichen Ortswechsel müde; eine Fehlgeburt hat sie noch dünnhäutiger gemacht.

Alice leidet unter einer schmerzlichen Ungeborgenheit und der zunehmenden politischen Bedrohung, die Peter leugnet. Auftraggeber seines aktuellen Projekts ist eine Ölgesellschaft, die ihre Pipeline mitten durch das Anbaugebiet kolumbianischer Drogenbosse plant. Noch am selben Tag wird Peter auf dem Weg ins Büro entführt. Peters Firma engagiert sich halbherzig: Mit den hohen Kosten für den Einsatz des erfahrenen Kidnapping-Spezialisten Terry Thorne (Russell Crowe) konfrontiert, zieht sie einen hochqualifizierten Such- und Rettungsauftrag zu Gunsten einer billigeren Variante zurück. Aber Terry, mit der Verzweiflung der anziehenden Alice konfrontiert, kommt trotzdem wieder . . .

Regisseur Taylor Hackford („Ein Offizier und Gentleman”) kann sei ne Vorliebe für allzu heroische Männer-Rituale nicht verhehlen und versucht auch gar nicht, sein konservatives Weltbild zu kaschieren. Obwohl die aufrechten Gestalten des edlen Ritters, tapferen Kriegers und der lieblichen, treuen Frau allzuleicht auszumachen sind, glaubt man anfangs doch nicht, wie ernst es gemeint ist, wenn Alice ihrem Peter augenzwinkernd verspricht: „Ich werd' auch brav sein.”

Trotz dieser naiven und moralischen Anstriche gelingt Hackford ein packendes, manchmal sogar anrührendes Drama, mit all den bekömmlicheren Zutaten der aus Hollywood zu erwartenden kommerziellen Unterhaltung: Sympathische Gesichter, annehmbare Dialoge, atemberaubend schöne Aufnahmen aus den kolumbianischen Kordilleren mit ihren ausgedehnten Hochbecken, tiefen Schluchten und geheimnisvollen tropischen Regenwäldern.

Die flach konzipierte Problematik der politischen Fragen kompensiert Hackford mit durchwegs überzeugenden Schauspielern (u. a. Gottfried John) und vielen aufregenden Action-Szenen.

diese seite | 14.05.2002 | 12:57

Daten und Fakten

Regie: Taylor Hackfords

Schauspieler: Crowe Russell, Pamela Reed, Meg Ryan, David Caruso, David Morse

Genre: Drama

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