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„Es begann im September”: Herz-Schmerz mit Richard Gere und Winona Ryder.
WALTRAUT MÜLLER
Wenn ein Film mit Aufahmen von welkem Herbstlaub beginnt, dann ist eigentlich schon alles klar: Hier geht es um Liebe mit Verfallsdatum. In diesem Fall gleich in zweifachem Sinn: Zum einen sind für den stadtbekannten Frauenhelden Will Keane (Richard Gere) mit knapp 50 Jahren die Zeiten bald vorbei, in denen er noch den smarten „Aufreißerkönig” spielen kann. Zum anderen ist sein neuestes Objekt der Begierde, die 21-jährige Charlotte (Winona Ryder), zwar blutjung, aber todkrank.
Wegen ihres schweren Herzfehers geben ihr die Ärzte maximal noch ein Jahr. Und ausgerechnet mit dieser Frau erlebt der alternde Playboy im herbstlichen New York nun seinen zweiten Frühling. Das ist zweifellos der Stoff für eine wirklich ergreifende Liebesgeschichte. Doch statt einer Neuauflage der „Love Story” ist daraus nur eine Foto-Love-Story geworden. Regisseurin Joan Chen hat New York zwar erfolgreich nach den schönsten Postkartenmotiven abgesucht, sie aber völlig uninspiriert aneinandergeklatscht. Und das Liebespaar darf beim Schlendern durchs melancholisch raschelnde Herbstlaub auch nur ein paar Sprechblasen absondern.
So rätselt man bis zuletzt, was der selbstverliebte schnöslige 50- Jährige und das ewigkichernde junge Ding eigentlich aneinander finden. Richard Gere und Winona Ryder – das ist definitiv keine gelungene Hollywood-Paarung. Während es zwischen Julia Roberts und Richard Gere in „Pretty Woman” und „Die Braut, die sich nicht traut” nur so knisterte, springt zwischen Gere und Winona Ryder nicht der kleinste Funken über.
So ist „Es begann im September” eine Herz-Schmerz-Story, die nicht zu Herzen geht, sondern eher auf die Nerven. Denn so ungeniert in die Kitschkiste hat man Hollywood schon lange nicht mehr greifen sehen. Bis zum bitteren Ende mit Ruderboot, Schwan und Enkelkind im Arm . . .
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