|
"Bounce - Eine Chance für die Liebe" mit Gwyneth Paltrow und Ben Affleck.
DANIEL RONEL
Gäbe es den Oscar für die albernste Danksagung, diese beiden wären ganz heiße Kandidaten. Bei der Oscar-Verleihung selbst war's, als Ben Affleck 1998 affektiert in Jubel ausbrach, als er zusammen mit Kollegen Matt Damon Gold für das Drehbuch von "Good Will Hunting" gewann. Ein Jahr später dann mutete uns Gwyneth Paltrow ihre legendäre Rede zu, als sie für "Shakespeare in Love" zur besten Schauspielerin gekrönt wurde und sich daraufhin als Heulsuse empfahl. Weil die zwei auch sonst gerne die Schlagzeilen füllen, abwechselnd als Traum- und Zankpaar war es nur eine Frage der Zeit, bis sie gemeinsam eine Romanze drehten. Jetzt ist es passiert. Und richtig: Taschentücher werden gebraucht, vor allem aber, um sie sich aus Gründen der Langeweile vor den Mund zu halten... Dabei meint es der Film gut.
Unaufgeregt will er die Geschichte von Buddy (Ben Affleck) und Abby (Gwyneth Paltrow) erzählen. Weil der Frauenheld am Flughafen lieber flirten als fliegen will, tauscht er sein Ticket mit einem Fremden, der eiligst nach Hause möchte. Doch die Maschine stürzt ab - und damit Buddy in eine tiefe Krise: Von Schuldgefühlen geplagt sucht er die Witwe (Abby) des Verstorbenen auf, verschweigt ihr aber, dass er am Schicksalsschlag nicht ganz unbeteiligt war. Natürlich kommen die beiden sich näher. Bis sie sich am Ende den dicken Happy End-Kuss aufdrücken können, vergeht aber noch eine Weile, in der Frau Paltrow viel leidet und ... wieder richtig: auch weint.
Dazu trägt sie diesmal dunkle Haare und stellt sich mit ihren zwei Filmkindern etwa so an, als ob sie einen Nagel in die Wand schlagen müsste: unglaubwürdig. Und genauso ist der Film, abgesehen davon, dass er hochgradig konstruiert und vorhersehbar ist. Nur mit viel Geduld ist der Tränenzieher "Bounce" zu ertragen, zumal auch Ben Affleck nicht den erfahrenen Mimen gibt, der hier so gut getan hätte. Im Gegenteil: Er sollte sich zu seinem nächsten Geburtstag nicht noch eine neue Lederjacke wünschen, sondern lieber mal ein paar Schauspielstunden.

|