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GÜNTER VERDIN
Menschen brechen aus: die zwei Gangster Joe und Terry aus dem Staatsgefängnis in Oregon (die Flucht mit dem Zementmischer gibt eine leise Vorahnung darauf, dass sie den Bankraub an sich nicht nur als Mittel zur Geldbeschaffung, sondern auch als phantasievolle Abwechslung betrachten); und die an der Gefühlskälte ihres Mannes leidende Hausfrau Kate aus der Ehehölle.
Der Gegensatz von Enge (Nahaufnahmen) und Weite (Landschaft) gibt der Action-Komödie "Banditen!" von Regisseur Berry Levinson ebenso visuelle Spannung wie der ständige Wechsel der Beobachtungsebenen: Mal sind wir draußen bei der Polizei von Los Angeles, die das Bankgebäude umstellt hat, mal drinnen bei den sich zankenden Helden. Mal gucken wir per Überwachungskamera auf das Geschehen, und dann wieder schauen wir einfach fern.
Im rückblendenen Video-Interview vor dem finalen Showdown erzählen die beiden Gangster von der schicksalhaften Liebes-Verwicklung mit der frustierten Hausfrau Kate, und von ihrer sehr höflichen Art des Banküberfalls: Vor Ort öffnet der jeweilige Bankdirektor, nicht ganz freiwillig, versteht sich, die Tresore.
Da aber in diesem Film nichts ist, wie es scheint, ist weder auf das Interview noch auf den Showdown so richtig Verlass. Natürlich fällt dem Betrachter bei dieser rührend menschelnden und immens witzigen Außenseiter-Ballade sogleich "Bonnie and Clyde" ein.
Die Anleihen aus anderen Filmen gehören zum Stilmittel des Streifens, der noch dazu mit einer Starbesetzung aufwarten kann: Cate Blanchett ist einfach aufregend als dramatisch zwischen den beiden Banditen hin- und hergerissene Geliebte.
Bruce Willis mimt mit der ihm eigenen Selbstironie und entlarvenden Sensibilität den Macho, während sich Billy Bob Thorntons neurotischer Selbst-Befund an seinen immer mehr entgleisenden Gesichtszügen ablesen lässt.
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