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In dem Trickabenteuer "Atlantis" lässt Disney die legendenumwobene Stadt wieder auftauchen.
DANIEL RONEL
Immer wieder diskutieren Wissenschafter und Wirrköpfe darüber, wo sich das sagenumwobene Atlantis befinden könnte. In der Antarktis? Bei Troja oder neben Helgoland? Im Verlauf eines Tages und einer Nacht soll die Insel in den Tiefen des Ozeans versunken sein, in Disneys neuem Film dauert es keine halbe Stunde - und sie taucht wieder auf.
Dem jungen Wissenschafter Milo (trendig mit Harry-Potter-Nickelbrille) gelingt es nämlich dank Lageplan, Riesen-U-Boot und einem Abenteurertrupp, die Stadt hinten links im tiefen Meer wieder aufzustöbern. Und siehe da: Sie ist bewohnt. Doch wie die Prinzessin im blauen Hauchdünn-Bikini betont, droht ihrer Gemeinde der endgültige Untergang. Weil sein eigenes Team die Stadt plündern will und sich mystische Mächte an der antiken Königstochter zu schaffen machen, muss Milo mutieren, vom Bücherwurm zum Actionhelden. Das ist es also: Das Geschenk zu Walt Disneys Geburtstag. Am 5. Dezember wäre der Maus-Macher 100 geworden. Ob er sich über "Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt" gefreut hätte? Zusammengesetzt aus Animationsvorgängern wie "Der Weg nach El Dorado" oder dem japanischen Meisterstück "Prinzessin Mononoke" entstand eine Pinselversion von "Indiana Jones", die so unruhig ist, dass man nie ganz weiß: Sollte hier Atlantis gerettet werden oder der Film?
Sicher, produziert ist er gekonnt, unverkitscht (es wird nicht mehr gesungen) und recht witzig, auch wenn er das Potenzial seiner Figuren nicht ganz nutzt. Aber er ist Beleg für eine denkwürdige Situation: Dafür, dass Disney nicht mehr der unangreifbare Herrscher des Zeichentrickfilms ist. Denn: Wirklich innovativ ist dieser Film nicht. Wie also soll die Zukunft des klassischen Zeichentricks aussehen? Dieses Geheimnis zu lüften dürfte für Disney zur Zeit wohl wichtiger sein, als das verlorener Städte.
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