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"Art of War": Wesley Snipes zwischen allen Stühlen.
REINHARD KRIECHBAUM
Die Luft ist bleihaltig, und der Luftzug wird durch allerlei technisches Gerät in Richtung der Opfer gelenkt: "Art of War" bedeutet da zuerst einmal, dass für den Lauschangriff und das Aufspüren von Menschen höchst raffinierte Dinge zur Verfügung stehen. Selbst eine kleine Platzwunde an der Schulter eines Agenten kann, vom richtigen Arzt behandelt, fürderhin zur Basis für einen Miniatursender werden... Doch in Wirklichkeit meint "Art of War" etwas ganz anders: das Zersetzen des Feindes von innen her, das Einführen von verdeckt agierenden Spionen und Agenten. Eine fernöstliche Methode angeblich, die in dieser reichlich verworrenen Handlung von der UNO angewandt wird, um ein Handelsabkommen zwischen China und dem Westen durchzusetzen. Oder soll es in Wirklichkeit torpediert werden? Erst allmählich klären sich die Fronten zwischen den Seilschaften auf diplomatischem Parkett und im Milieu bezahlter Killer. Der Agent Neil Shaw (Wesley Snipes) verliert alsbald den Überblick, wer wirklich seine Auftraggeber sind und was sie bezwecken. Damit ist er in bester Gesellschaft, nämlich mit dem ehrgeizigen UN-Generalsekretär (Donald Sutherland) und dem Kinopublikum.
Regisseur Christian Duguay hat wohl instinktiv erfasst, dass das Buch kaum zur raffinierten Psychologisierung taugt, sondern das Auge mit opulenten Stunts beschäftigt sein will. Da verkraftet man durchaus, dass sich die Spannung in Grenzen hält, zumal einige Male sanfte Ironie aufblitzt und man wahrnimmt, dass der Regisseur auch sein Spiel treibt mit den Stilmitteln des Action-Films.
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