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Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones, John Cusack und Billy Crystal in "America's Sweethearts".
REINHARD KRIECHBAUM
Es wissen sowieso schon alle, dass die "Sweethearts" Gwen und Eddie nicht mehr im Gleichklang pochen. Aber für die letzte Filmpremiere muss das Schauspieler-Traumpaar, bis vor kurzem Lieblinge der Nation, halt noch ein paar Tage zusammenkommen, der PR zuliebe. Werbung haben sie beide bitter notwendig, denn die Stars scheinen auf rasanter Talfahrt. Sie sitzt allerdings noch auf dem hohen Ross und pflegt ihre Allüren: "Schrecklich, wenn einer über die Trennung von mir nicht hinwegkommt." Der Ex-Ehemann ist in den Fängen eines Psycho-Scharlatans gelandet und kultiviert das Single-Schicksal: "Ich bin paranoid und schizophren - also mein eigener Begleiter."
Beim gemeinsamen Comeback vor versammelter Weltpresse hat der zwischen den beiden genial vermittelnde (und im Notfall nicht minder genial intrigierende) Presseagent - Billy Crystal, der auch das Buch schrieb - alle Hände voll zu tun.
Als Hollywood-Satire ist dieser Film angekündigt. Aber es reichte nicht einmal zur seichten Komödie. Es wirkt gerade so, als wollte sich niemand die Finger verbrennen: Da finden sich keine auch nur im Entferntesten bösartigen Anspielungen, keine Seitenhiebe in irgendeine Richtung, von ironischen Untertönen gar nicht erst zu reden - stattdessen tümpelt die Handlung ohne rechtes Ziel dahin. Jede Übertragung einer Oscar-Verleihung hat mehr Biss.
Regisseur Joe Roth belässt die Charaktere ohne jeden Ehrgeiz im Allerweltsklischee. Catherine Zeta-Jones darf als Gwen durchgestylt auftreten und ihre Zicken ausleben. John Cusack (Eddie) hat einen Mitleid erregenden traurigen Blick drauf, der ziemlich rasch nervt. Julia Roberts spielt die Schwester und Privatsekretärin der Schauspielerin - ein Mauerblümchen, das dann doch plötzlich in den Mittelpunkt rückt. Weil die schauspielerischen Leistungen insgesamt kaum an TV-Soap-Operas herankommen, hat Julia Roberts es nicht schwer, zu punkten.
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