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"El Acordeòn del Diablo" erzählt die Geschichte des Musikers Pacho Rada.
MICHAEL STADLER
Das Meer spuckt ein Akkordeon aus, allerdings ohne Lehrer, der die Kolumbianer im Spiel mit dem unbekannten Instrument unterrichten könnte. Wahrscheinlich war gar kein Musikpädagoge an Bord jenes Schiffes, das mit seiner Ladung an deutschen Akkordeons vor der südamerikanischen Küste gesunken ist. Also eignen sich die Bewohner die Spieltechnik selber an und entwickeln einen völlig neuen Stil. Zu diesen Pionieren zählt auch Pacho Rada, der in seiner Heimat als der "Vater des Sohn", eines populären kolumbianischen Tanzes, gilt.
Radas Lebensgeschichte steht im Mittelpunkt von Stefan Schwieterts Streifen "El Acordeòn del Diablo". Der Schweizer Regisseur lässt dabei Legenden mit Autobiografischem verschmelzen und versucht, dies in den gegenwärtigen Alltag seines Protagonisten einzubetten. Rada, heute 94 Jahre alt, fristet ein ärmliches Dasein in einem Provinznest. Geld haben mit seiner Musik viele andere verdient. Sie gelten heute als Stars und sind im Film ebenfalls zu sehen. Ein literarisches Denkmal setzte Rada der Autor Gabriel Garcia Màrquez in "Hundert Jahre Einsamkeit".
Die Erinnerungen von Pacho Rada und sein raues, ungeschliffenes Spiel bescheren dem semidokumentarischen Streifen seine Höhepunkte, während die inszenierten Sequenzen ein wenig sperrig wirken. Es scheint so, als würde sich der Stoff gegen eine nostalgische Verklärung zur Wehr setzen - und zwar mit Erfolg.
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