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Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu sind „Drei Engel für Charlie”.
WALTRAUT MÜLLER
Mitte der Siebziger Jahre waren die „Drei Engel für Charlie” ein Geschenk des Himmels für alle Frauen: Denn sie verkündeten der Männerwelt ein für alle Mal, dass blond und sexy sehr wohl auch selbstbewusst und clever heißen konnte. Unverfroren benutzten die Urengel (Kate Jackson, Farah Fawcett und Jaclyn Smith) ihren Sex-Appeal dazu, Männer reihenweise aufs Kreuz zu legen – immer augenzwinkernd und mit dem allergrößten Vergnügen. 20 Jahre später treten nun Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu die Nachfolge der drei berühmten Fernseh-Detektivinnen an. Der Kinofilm „Drei Engel für Charlie” ist die völlig überdrehte, knallbunte Comic-Version der Kultserie – greller, poppiger, lauter, rasanter, aber im Kern genauso kratzbürstig wie das Original.
Während Farah Fawcett damals wenigstens noch einen Hauch von nichts trug, hat Cameron Diaz heute fast gar nichts mehr an. Anfassen ist trotzdem nicht erlaubt! Wer den Engeln zu nahe kommt, wird getreten. Weil Co-Produzentin Drew Barrymore Waffen kategorisch ablehnt, lassen die drei mit ihren Martial-Arts-Vorführungen sogar die „Matrix”-Kämpfer vor Neid erblassen. Einen Fall müssen sie übrigens auch lösen, aber der ist eher nebensächlich: Ein gekidnappter Computer-Experte soll samt seiner gefährlichen Software wiederbeschafft werden. Die Hauptsache ist der Spaß, den die Mädels beim Ermitteln haben. Ob sie als brave Kellnerinnen getarnt die Partygäste belauschen, sich als Geisha verkleidet an Bösewichtern vergreifen oder in Dirndl und Lederhosen die Unschuldslämmlein spielen, sie amüsieren sich köstlich. Gegner und Publikum entwaffnen sie mit unverschämten Sprüchen (Spezialität von Barrymore), spontanen Tanzeinlagen (Spezialität von Diaz) und vergeblichen Kuchenbackversuchen (definitiv nicht die Spezialität von Liu!). Was die Engel in den Siebzigern mangels weiblicher Stuntmen nicht an Action bieten konnten, wird im Film alles nachgeholt – vom Autorennen bis zum gewagten Flugzeug-Stunt. Die drei Schauspielerinnen genießen es sichtlich, die Superwomen gleich im Paket abzugeben – und Video-Clip-Regisseur McG, sie dabei mit der Kamera einfangen zu dürfen.
„Drei Engel für Charlie” ist ein Gute-Laune-Film, reich an modischen und musikalischen I-Tüpfelchen (zum Beispiel die von Apollo Four Forty brachial aufgemotzte Original-Titelmelodie). Den drei neuen Girlie-Engeln muss man jetzt schon dankbar sein, denn Frauen im Action-Genre werden in Zukunft bestimmt nicht mehr als „Mission Impossible” gelten!
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