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Robert De Niro kämpft in John Herzfelds halbherzigem Thriller für "15 Minuten Ruhm"
ANTON THUSWALDNER
Robert De Niro stirbt den Heldentod. Das macht er spektakulär, weil er einen Cop in New York spielt, der für die ganz großen Fälle zuständig ist. Dieser Polizist hat es geschafft, zum Medienereignis zu werden, nicht, weil er so gute Arbeit leistet, sondern weil er es versteht, mit dem Medium Fernsehen zu spielen. Er weiß, wann es lohnt, sich einen Auftritt zu verschaffen und wann es besser ist, den anderen den Vortritt zu lassen. Der Cop als Teil der Unterhaltungsindustrie, in der Nachrichten ebenso Stoff für den täglichen Thrill sind wie Talkshows und Horrorfilm. Robert De Niro vertritt die Moral in einer Gesellschaft, in der die Moral ausgespielt hat. Gerechtigkeit funktioniert nach den Gesetzen der Wirtschaft, Recht hat, wer im Besitz des Geldes ist. Aus diesem kritischen Ansatz gestaltet John Herzfeld einen Film, der dem hohen Anspruch aber auf den Leim geht. Er genießt es selber viel zu sehr, Sensationen ins Bild zu rücken, Blut und Tränen in Großaufnahme zu zeigen, als dass er Abstand nehmen würde von jenen Praktiken, die er zu kritisieren vorgibt.
So ist das eine halbherzige Geschichte geworden, die mit großem Donner das alte Drama zwischen Gut und Böse herunterpoltert und prahlerisch auf die Kunst der Effekte setzt. Die Bösen kommen aus dem Osten. In dieser Hinsicht ist das neue Kino aus Hollywood ganz konventionell. Ein Tscheche und ein Russe kommen nach New York, weil sie dort das große Geld zu machen hoffen. Der eine mordet, der andere filmt. Denn in den USA, haben sie gehört, werden selbst Massenmörder zu Stars. Das ist ein Land, das ihnen gefällt. So kommt es zum Duell zwischen den Guten und den Bösen, und das Fernsehen ist alltäglicher Zaungast im Kampf der Giganten. Jeder Zuseher ist ein kleiner Voyeur, jeder Zuseher hat sich Tag für Tag zu entscheiden, auf welcher Seite er steht. Das Fernsehen liefert die Bilder in Großaufnahme.
"Jeder Gauner hat heute seine Reputation. Das liegt daran, dass die Leute mehr als alles andere auf der Welt Stars haben wollen", schrieb Andy Warhol Superstar 1975. Jetzt haben wir den Salat. Nun, da alles möglich ist, verschwinden die Kriterien für Qualität. Daran scheitert auch dieser Film, der perfekt inszeniert ist, aber aus der Falle der Widersprüche nicht mehr herauskommt.
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