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Monster AG
Der neue computergesteuerte Disney-Film aus den Pixar-Studios von Regisseur Peter Doctor udn Zeichner Rob Gibbs

Katzi", sagt das liebe kleine Mäderl und streckt die Hände aus, um das Fellding zu streicheln. Da verliert Sulley, der allerschrecklichste aller Kinderzimmerschrecke, auf der Stelle seine Monstrosität und zeigt sogar so etwas wie erwachenden Familiensinn. Kleiner Schönheitsfehler bei der Angelegenheit: Das ist nicht das Happy End in der Beziehung zwischen kleinem Menschen und großem Monster, sondern erst der Anfang einer an Konflikten reichen Story.

Sulley ist Angestellter der Firma Monster AG. Und diese wiederum ist das Energieversorgungsunternehmen von Monstropolis. Die Monsterphysik folgt dem simplen Naturgesetz "Ohne Schreikraft keine Energie."

Die Angstschreie der Kinder werden in gasflaschenähnlichen Behältern gesammelt und sichern das Fortkommen in der Megacity. Leider ist soeben Rezession angesagt, denn die Welt, will heißen: die Kinder sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Sie lassen sich immer seltener schrecken.

Energiekrise in Monstropolis auf Grund steigender Abhärtung in den Kinderzimmern! Die Kleinen beschäftigen sich vermutlich zu sehr mit Computerspielen - da kann logischerweise kein echtes Monster mit. Aber es kommt noch schlimmer: Die Kinder fürchten sich nur nicht, sie haschen auch immer öfter nach den Monstern.

Und das wird gefährlich, weil die Berührung mit Menschen und ihren Dingen fatale Folgen haben. Immer öfter gellt der Schreckensruf "Wir sind kontaminiert" durch die Arbeitshallen der Monster AG. Dann rückt eine Security-Mannschaft aus, die technisch hochgerüstet ist wie die Notmannschaft eines Atomkraftwerks. Und damit sind wir auch schon mitten im Katastrophengeschehen.

In der Schreck-Abteilung wird per Fließband Tür um Tür zugeliefert. Normalerweise geht es ja gut, wenn sich die Monster in die Kinderzimmer beamen lassen. Doch das kleine Mädchen ist genau auf diesem Weg in die Monsterwelt gekommen. Weil die junge Menschendame so herzig ist, erwachen in Sulley mütterliche Gefühle, während die Alarmglocken schrillen und die Security-Leute schon unter Menschengefahr auf der Suche nach dem Eindringling sind.

Natürlich gibt es so manchen Bösen in der Monsterwelt, aber auch einige wenige, die mit den Gut-Monstern sympathisieren. Mike Glotzkowski zum Beispiel.

Der Kopffüßer kann mit seinem überdimensionalem Zyklopenauge die ganze Gefühls-Skala eines mit allen Wassern (darunter: Klo de Cologne) gewaschenen Kinderschrecks ausdrücken. Liebe gehört auch zu diesen Gefühlen. Mike hat sein Auge auf ein sehr attraktives weibliches Einauge mit Medusa-Kopfschmuck geworfen.

Man käme an kein Ende, wollte man all die Bewohner von Monstropolis beschreiben. Schrullige Kerle sind darunter, Eigenbrötler und ausgeprägte Charismatiker. Aber eben auch wenig Vertrauen erweckende Typen wie etwa der Firmenchef, ein Krötenwesen mit gut einem Dutzend Argusaugen und einem spinnenartigen Untergestell.

Der streng durch die Brille lugenden, besserwisserischen Schnecke in der Buchhaltung ist auch nicht recht zu trauen. Schlecht geht es einem Schleim-Monster, das in einer Nebenszene unvorsichtigerweise ein Kanalgitter überqueren möchte.

Bravouröses ist an Scannern, Tatstaturen und Mäusen der Computer-Animateure von Pixar geleistet worden. Pixar brachte für Disney Productions ja auch schon "Das große Krabbeln" und die beiden Teile der "Toy Story" heraus. Der Kinderzimmer-Drache hat sich übrigens auch in die Monster AG verirrt, aber sonst ist dort eine computergenetisch deutlich weiterentwickelte Bevölkerung unterwegs.

Immerhin feilten Regisseur Peter Docter und Zeichenkünstler Rob Gibbs allein drei Jahre lang an der Geschichte, und fünf Jahre lang war ein Team von 35 Animatoren mit der visuellen Umsetzung beschäftigt. Auch Mike, das Einauge, lässt die rasante Fortentwicklung in der Technik der Computeranimation deutlich werden: Das Mienenspiel, die Bewegung der Lider - das wirkt viel ausgereifter als in den vergleichsweise noch schlicht konzipierten Figuren der "Toy Story".

Der Kampf der Guten gegen die Bösen spitzt sich in der Unterwelt von Monstropolis gefährlich zu und mündet in einen Showdown in den unendlichen Fließband- und Kranhallen der Monster AG. Da ist die Gepäcksortieranlage des Flughafens, mit der sich die Toys herumschlagen mussten, ein reines Kinderspielzeug. Wenn sich Verfolgte und Verfolger durch die Türen bewegen, sind überraschende geografische Sprünge angesagt.

Die Begegnung mit einem Schweizer Yeti gehört zu den urigen Erlebnissen. Monster scheinen keine Verständigungsprobleme zu haben. Und wie geht es mit Monstropolis weiter, wo doch der Energiepegel dramatisch sinkt? Man darf es ruhig verraten: Auch Kinderlachen bringt etwas. Genau genommen: die zehnfache Energieleistung. Wenn das nicht eine gute Botschaft ist!

diese seite | 14.05.2002 | 13:09

Daten und Fakten

Regie: Peter Docter

Genre: Zeichentrickfilm

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