01 Nachrichten
02
03
04
05
06
07
08
  Freitag, 25. Juli 2008 PLATTFORM FÜR SALZBURG Werbung   
Belletristik | Lifestyle Bücher | Musik Charts
DVD Neuheiten | Preishits Elektronik | Games Charts
 suchen!  
0303 Kino

Ticketcenter

Veranstaltungen

Kino

Cams

imBild

Reisen

Salzburg Urlaub

Wien Urlaub

Partnersuche

Weiterbildung

Horoskop

Alpintouren

Kunstlexikon

Suche
 

Google
Web salzburg.com

Kritiken

Blood Diamond
An Diamanten klebt kaum noch Blut
UNO-Plan brachte illegalen Handel mit Diamanten fast zum Erliegen – 71 Länder derzeit unter EU-Vorsitz

Im Nachspann von „Blood Diamond“ können Kinobesucher lesen, dass der Schmuggel von Blutdiamanten in den vergangenen Jahren stark eingedämmt werden konnte. Zu verdanken ist das einer Initiative der Vereinten Nationen, dem so genannten Kimberley-Prozess. In wenigen Jahren wurde der Handel mit Rohdiamanten bedenklicher Herkunft fast unterbunden. Insgesamt 73 Staaten, darunter auch alle 27 EU-Länder, arbeiten mit. Turnusmäßig führt heuer die EU den Vorsitz. Alle wichtigen Zentren für Förderung, Verarbeitung und Handel mit Diamanten sind vertreten.

In der südafrikanischen Bergbaustadt Kimberley sagten Produzentenländer, Händler und Nichtregierungsorganisationen im Mai 2000 dem Handel mit illegal geförderten Rohdiamanten den Kampf an. Damals tobten Bürgerkriege in mehreren afrikanischen Ländern, deren Rebellenarmeen sich maßgeblich aus Diamantenschmuggel finanzierten. Dazu zählten die UNITA in Angola, die Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo sowie die Revolutionäre Front in Sierra Leone (wo „Blood Diamond“ spielt). Ende der neunziger Jahre stand zumindest jeder 20. Diamant in Verbindung mit Schmuggel oder Waffengeschäften. Andere Schätzungen gingen von bis zu 15 Prozent aus. Heute versichert die EU-Kommission, mehr als 99 Prozent des Diamantenhandels seien sauber.

Die Teilnehmer des Kimberley-Prozesses verpflichten sich, keinen Diamantenhandel mit Ländern zu betreiben, die nicht der Organisation angehören. Das System gilt seit 2003. Es baut auf Zertifikate, die die unbedenkliche Herkunft der Edelsteine garantieren. Die EU will Schlupflöcher stopfen und erreichen, dass die Diamantenindustrie an den Kontrollen mitwirkt. Zuständig dafür ist Österreichs EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner. Sie freute sich sichtlich, zur Vorpremiere des Films diese Woche in Brüssel wieder einmal ins Kino zu kommen. „Normalerweise erlaubt mein Terminkalender höchstens, Filme im Flugzeug anzuschauen.“

Der Weltmarkt für Rohdiamanten hatte 2004 ein Volumen von 9,6 Mrd. Euro, jener von geschliffenen Diamanten 13,6 Mrd. Euro. Der Einzelhandel mit Diamantschmuck machte 48 Mrd. Euro aus. Der südafrikanische Konzern De Beers kontrolliert bei Rohware mehr als die Hälfte des Welthandels. 2006 rang die EU der Firma die Verpflichtung ab, den Weiterverkauf von Diamanten des russischen Produzenten Alrosa (Nummer zwei des Weltmarktes) Ende 2008 auslaufen zu lassen.

FILM

Blutdiamanten
Krieg, Korruption, Schmuggel - so sieht die bittere Realität Afrikas aus. Zumindest für Ex-Söldner und Diamantenschmuggler Danny Archer (Leonardo DiCaprio) in Sierra Leone. Auch der Fischer Solomon Vandy (Djimon Hounsou) kämpft in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land ums Überleben. Seine Familie musste nach einem Rebellenangriff ihr Dorf verlassen; er selbst wird in eine Diamantenmine verschleppt. Als er dort einen riesigen Edelstein findet, behält er den Fund für sich, vergräbt den Stein und riskiert damit sein Leben.

Ein packender Abenteuerfilm ist Regisseur Edward Zwick ("Last Samurai") mit "Blood Diamond - Blutdiamanten" gelungen. Er verwebt die Schicksale der beiden unterschiedlichen Männer mit dem der idealistischen Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly). Zwick stellt die bittere afrikanische Realität in vielen Facetten dar. Während Diamanten in den westlichen Ländern für Reichtum, Wohlstand und Treue stehen, sind die Steine in der Dritten Welt begehrte Mittel zum Waffenerwerb. Grausame Missstände wie die Rekrutierung von Kindersoldaten werden in "Blood Diamond" nicht ausgespart. In klarem Kontrast, fast makaber, steht dem Geschehen die wunderschöne Landschaft Westafrikas gegenüber.

Gerald Stoiber

____________________________________

"Ich wäre gerne US-Präsident"

Hollywoodstar Leonardo DiCaprio im Gespräch über den Film "Blood Diamond", Dreharbeiten in einem Land der Not und Ambitionen als mächtigster Mann der Welt.

JULIA MANFREDI

INTERVIEW

In Edward Zwicks Film "Blood Diamond - Blutdiamanten" spielt Leonardo DiCaprio den jungen Söldner Danny Archer, der sich inmitten der Wirren des Bürgerkriegs in Sierra Leone auf die Suche nach einem Diamanten macht (zum Inhalt s. Kasten unten). Für seine Rolle wurde er am Dienstag für einen Oscar als "Bester Hauptdarsteller" nominiert. Heute, Freitag, startet "Blood Diamond" in den heimischen Kinos. DiCaprio im SN-Gespräch.

SN: In "Blutdiamanten" spielen Sie einen Söldner. Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

DiCaprio: Ich wollte von Anfang an nach Afrika gehen. Ich habe aber nie Zeit mit einem südafrikanischen Söldner verbracht. Ich wollte ganz unvoreingenommen hingehen und das Verhalten der Menschen studieren. Ich habe mir ihre Geschichten angehört. Ich habe sie betrunken gemacht - was nicht allzu schwer war (lacht). Außerdem hatten wir viele Helfer, die uns die militärischen Aspekte erklärt und das Fährtenlesen im Busch beigebracht haben. Ich lernte ebenfalls etwas über die Mentalität, die Enttäuschung von der ständigen politischen Gewalt. Ich hörte diese ganzen Geschichten aus erster Hand, auch wie es ist, in einem Kriegsgebiet zu sein. Die persönlichen Geschichten der Leute versuchte ich in meine Rolle einzuarbeiten.

SN: Welche Eindrücke überwogen bei der Arbeit in Afrika?

DiCaprio: Was mich am meisten bestürzt hat, war die Not leidende Bevölkerung. Die Armut und die Erkenntnis, dass vier von zehn Menschen an Aids erkrankt sind. Ihre Einstellung zum Leben hat mich sehr beeindruckt. Man fährt durch Mosambik und die Menschen tanzen auf den Straßen. Sie sind so glücklich, am Leben zu sein. Wenn man dann zurück nach Amerika geht, wo wir so viel mehr Glück haben, ist es wirklich unsere Aufgabe, ein Stück davon zurückzugeben.

SN: Was charakterisiert Ihre Filmfigur?

DiCaprio: Als ich Ed Zwick das erste Mal traf, sagte er zu mir, Archer sei ein weißer Afrikaner, der viele Gräueltaten mitansehen musste. Trotzdem kommt er aus einer anderen Welt als die meisten Afrikaner. Indem er unter Gangstern lebt und mit ihnen Geschäfte macht, verleugnet er seine Herkunft und sich selbst. Er will den Kontinent verlassen und braucht dafür Geld aus den Diamantengeschäften. Er ist vor sich selbst auf der Flucht.

SN: Warum haben Sie sich für den Film entschieden?

DiCaprio: Es ist selten, dass man ein Drehbuch erhält, nach dem man echt gesucht hat. Der Film ist wie eine Mischung aus Unterhaltung und Kunstwerk mit bedeutender politischer Botschaft. Die Tatsache, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht, hat eine starke Wirkung. "Wenn wir den Film machen, erzählen wir die wahre Geschichte" Wir alle haben gewusst, dass die Konzerne und die Industrie alle Verantwortung tragen. Sie haben Verantwortung für ihre Menschen, das Umfeld und die Orte, an denen Gold oder Diamanten abgebaut werden. Sie sollten nicht ihre Vorteile aus Kriegen ziehen.

SN: Zuletzt haben Sie zwei Filme mit Martin Scorsese gedreht. Wie verlief danach die Arbeit mit Edward Zwick?

DiCaprio: Er hat viel Zeit in Afrika verbracht. Er sagte: "Wenn wir den Film machen wollen, müssen wir die wahre Geschichte erzählen." Der ganze Film und der Realitätsaspekt ist das Resultat seines persönlichen Engagements. Er hatte einen 24-Stunden-Tag und so eine intensive Verbindung zu der Thematik, er war erbarmungslos.

SN: Wenn Sie sich aussuchen könnten, drei Monate lang US-Präsident oder der Papst zu sein - für wen würden Sie sich entscheiden?

DiCaprio: Für den Präsidenten. Ich wäre sehr gern Präsident und würde versuchen die Umweltpolitik der USA zu verbessern. Wir sind die größten Verursacher der globalen Erwärmung. Wir machen fünf Prozent der Erdbevölkerung aus, also würde ich versuchen, dass das Land in grüne Techniken investiert. Allerdings weiß ich nicht, wie man die anderen Probleme beheben könnte. Ich würde nur für einen Tag vorbeischauen, ein paar Gesetze einführen und wäre dann wieder draußen.

SN: In ihrer Karriere haben Sie eine starke Wandlung durchlebt: Vom Teenie-Star zum ernsthaften Schauspieler. Was hat sich für Sie selbst verändert?

DiCaprio: Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr die gleiche Einstellung zu meinem Beruf. Als ich Schauspieler wie Robert de Niro das erste Mal sah, merkte ich den gewaltigen Unterschied zu herkömmlichen TV-Darstellern. Seine Intensität hat mich unglaublich beeindruckt. Eventuell hab ich mir in den letzten Jahren mehr Handwerkliches angeeignet, aber meine Einstellung ist unverändert und meine Leidenschaft ungebrochen.

 

diese seite | 30.01.2007 | 09:30

Daten und Fakten

Regie: Edward Zwick

Schauspieler: Chris Astoyan, Leonardo DiCaprio, Jennifer Connelly, Michael Sheen

Genre: Abenteuer, Thriller

Archiv

Die gesammelten Filmkritiken der SN Kino Redaktion:

0-9

A-D

E-K

L-S

T-Z

Anzeigen

Immobilien

Karriere

Motor

Andere

Tourismus

Mehr Info
Anreise (TT-MM-JJ)
Nächte Zimmer Pers

Spiel des Monats

Elevens

Flottes Kartenspiel: Hotelgutscheine gewinnen!

Premium Promotions

Blickpunkt

Web-Tipps

Link-Tipps

Ticket Polzer

Conova

Salzburger Woche

 
© 1997-2006 Salzburger Nachrichten      Kontakt  Sitemap  Impressum  AGB  Newsletter      realisiert von conova

Werbung