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Weihnachtskomödie, starbesetzt: In „The Holiday – Liebe braucht keine Ferien“ machen Cameron Diaz und Kate Winslet Urlaub vom Ich.
Iris (Kate Winslet) und Amanda (Cameron Diaz) trennt nicht nur ein Ozean. Während die Journalistin Iris ein bescheidenes Leben in einem winzigen Haus in einem winzigen britischen Ort führt, lebt die Filmmarketing-Expertin Amanda in L. A. auf großem Fuß. Glücklich ist weder die eine noch die andere, denn nach wie vor lässt der Traumprinz auf sich warten.
Frisch getrennt vor Weihnachten
Als das Weihnachtsfest naht, hat sich Amanda wieder einmal frisch getrennt und fühlt sich einsam. Doch diesmal entschließt sich die Powerfrau, aus der Not eine Tugend zu machen. Via Internet nimmt sie Kontakt zur Besitzerin eines idyllischen britischen Landhauses auf und bietet Iris einen für die Festtage befristeten Wohnungstausch an. Iris, die ebenfalls eine Enttäuschung zu verkraften hat, sitzt in Rekordgeschwindigkeit im Flieger nach Amerika. Während Amandas Enthusiasmus in der provinziellen Einöde schnell zu verpuffen droht, ergreift Iris in Amandas mondänem Domizil die Initiative, freundet sich mit Nachbarn und Besuchern an und freut sich des Lebens. Und während der Filmkomponist Miles (Jack Black) einen Narren an der britischen Lady frisst, klopft auf der anderen Seite des Globus Iris’ charmanter Bruder Graham (Jude Law) an Amandas Tür.
Die romantischen Komödien von Nancy Meyers („Was das Herz begehrt“) nehmen im überstrapazierten Genre eine Sonderstellung ein. Die Figuren haben sich tatsächlich etwas zu sagen und manch guter Gag mündet in einer Lebensweisheit. Natürlich ist auch diese Geschichte konstruiert und manchmal zu rührselig. Aber das trägt bei einem Mainstream-Film nur dem Prinzip von Angebot und Nachfrage Rechnung.
Winslet übermütig, Diaz überdreht
Cameron Diaz könnte manchmal einen Gang zurückschalten und Kate Winslet etwas seltener übermütig herumspringen, aber die Besetzung weiß die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen. Am Ende stören nur zwei Dinge. Jack Black wirkt wie ein Fremdkörper in diesem stimmigen Universum. Außerdem ist die letzte Szene dazu geeignet, ein gutes Stück der Glaubwürdigkeit zu demontieren. Und warum man den Film mit dem schlichten Titel „The Holiday“ hier zu Lande im beinahe umgekehrten Sinne als „Liebe braucht keine Ferien“ verkauft, bleibt ein vorweihnachtliches Mysterium.
ANDRÉ WESCHE
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