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Was kommt heraus, wenn Regisseur Ridley Scott und Hollywood-Raubein Russell Crowe den Wein entdecken? Eine Romanze im Weichzeichner: "Ein gutes Jahr".
MÜNCHEN (SN). Ohne Peter Mayle, den Wein und ein wenig Kalkül würde es diesen Film nicht geben. Mit seinen Büchern "Mein Jahr in der Provence" und "Toujours Provence" setzte der Engländer eine internationale Touristenflut in Bewegung, die zuerst den von ihm beschriebenen Ort Ménerbes veränderte und dann ganz Südfrankreich "en vogue" brachte.
Seine Bewunderer rückten dem Schriftsteller aber derart auf die Pelle und machten sich in seiner Küche und sogar im Swimmingpool breit, dass der ehemalige Werbetexter entnervt seinen Wohnsitz in die USA verlegte.
Seit ein paar Jahren ist er nun wieder zurück in Frankreich, lebt und arbeitet gut versteckt irgendwo zwischen Luberon und Arles. Einer seiner Freunde ist der erfolgreiche britische Regisseur Ridley Scott ("Gladiator"), der ebenso seit langer Zeit ein Anwesen in der Nachbarschaft hat. Die beiden kennen sich seit ihren Karriereanfängen - als Scott noch Werbefilme drehte und Mayle die Texte lieferte.
Als nun die Filmfirma 20th Century Fox nach dem unerwarteten Erfolg des Weinfilmes "Sideways" von Alexander Paye (der einen Oscar erbrachte und einen Pinot-Boom verursachte) an ein thematisch ähnlich gelagertes Nachfolgewerk dachte, war es nur ein kleiner Schritt bis zu "Ein Gutes Jahr" (derzeit im Kino). Die beiden Profis Mayle und Scott wurden angesprochen und sagten zu. Ganz nach der Devise: Ich schreib schnell ein Buch, du verfilmst es, wir müssen nicht weit von zu Hause drehen, trinken gute Tropfen und werden dafür auch noch bezahlt.
Wurzeln, Weingut, wahre Liebe
Dann fügte man noch Russel Crowe als Zugpferd hinzu, der gern davon erzählt, wie dort in der lässigen Atmosphäre der Dreharbeiten sein zweites Kind gezeugt wurde. Man versprach allen Beteiligten eine schöne Zeit auf dem wunderschönen Weingut La Canorgue - et voilà.
Das Ergebnis: eine Art Rosamunde-Pilcher-Story über einen bösen Investmentbanker aus London, der im ererbten Weingut zu seinen Wurzeln und zur wahren Liebe findet. Das alles mit sanften Filtern gefilmt, Lavendelfelder, Weinterrassen, eine dunkeläugige Schönheit und einige gelbstichige Rückblenden in die Zeit, als der Bube noch ein Bubi war und bei seinem Onkel (wunderbar: Albert Finney) ebendort im Landsitz aufwuchs.
Wer im tristen November einen Ausflug in ein provenzalisches Sommeridyll machen will, kann diese schlichte Winzerstory getrost an sich vorbeiziehen lassen: schöne Farben, weiches Licht, ein tolles Haus. Oder man macht sich zu Hause eine gute Flasche Roten auf und träumt gleich selbst.
MARKUS AICHER
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