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Eine Geschichte, die auf zwei zukünftigen Zeitebenen spielt
Um das Genre der Science-Fiction pflegt der österreichische Film, von einigen wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, einen großen Bogen zu machen. Marco Kalantari hat sich in seiner Filmakademie-Abschlussarbeit der Herausforderung gestellt: Mit „Ainoa“ erzählt er eine Geschichte, die auf zwei zukünftigen Zeitebenen spielt.
Die eine ist im Jahr 2014 angesiedelt. Die Menschheit steuert auf den Atomkrieg zu. Als Superwaffe soll ein Android namens Ainoa fungieren, der das Kriegsgeschehen aus dem Jahr 2078 steuert. Zu spät erkennt der Konstrukteur des Roboterwesens seinen Fehler. Mit einigen Vertrauten zieht er sich in einem Bunker tief unter der Erde zurück. Dort überleben sie die atomare Katastrophe, der fünf Milliarden Menschen zum Opfer fallen und welche die Erde zum Großteil verstrahlt.
2078 verlassen Yuri (Simon Licht) und seine Mitstreiter ihr unterirdisches Domizil, um Ainoa (Verena Buratti) zu suchen. Mit Hilfe des Androiden soll es gelingen, durch die Manipulation der Vergangenheit den Ausbruch des Kriegs im Jahr 2014 zu verhindern. Damit haben sie allerdings die herrschende Elite, die Ainoa in einem Militärgefängnis gefangen hält, gegen sich. Es kommt zum Kampf.
Kalantaris Film präsentiert sich als Mischung aus Action-Film, negativer Utopie und Fantasy-Märchen. Letzteres mag legitimieren, dass die Handlung nicht immer den Gesetzen der Logik folgt und vieles in der Geschichte fragmentarisches Stückwerk bleibt. Auch die Dialoge klingen hölzern, aber möglicherweise werden 2078 die sprachlichen Fähigkeiten der Menschen tatsächlich derart verkümmert sein.
Was an „Ainoa“ beeindruckt, ist die visuelle Umsetzung der Endzeitstimmung. Im alpinen Gelände fand Kalantari jene Landschaften, die so unbewohnbar erscheinen wie der Mond. Der geschickte Einsatz von düsterem Licht unterstreicht die apokalyptische Atmosphäre – eine vielversprechende Talentprobe.
MICHAEL STADLER
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