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Brian de Palma inszenierte „Black Dahlia“ mit Scarlett Johansson und Hilary Swank als Film noir. Das Buch stammt von James Elroy.
Eine Leiche liegt im grünen Gras, grausam entstellt. Es war eine schöne Frau, die hier Opfer eines bestialischen Mordes wurde: Ein Thema für einen Film, zumal sich der Schrecken tatsächlich und zudem noch in Los Angeles, der Stadt der Engel, zugetragen hat. Das alles ist bereits einige Zeit her: Etwa 60 Jahre sind vergangen, ohne dass der Mörder verurteilt werden konnte. „The Black Dahlia“ will nun auf der Leinwand zeigen, worum es sich bei dem schleierhaften Verbrechen handelte.
Mord an einer Schauspielerin
Brian de Palma hat es sich nicht leicht gemacht. Der Regisseur von „Fegefeuer der Eitelkeiten“ und „Scarface“ hatte erwartungsgemäß keinen dokumentarischen Anspruch, als er damit begann, die Geschichte um die aufstrebende, aber erfolglose Schauspielaspirantin Elizabeth Short als Ausgangspunkt zu nehmen, um ein Sittenbild des Molochs Los Angeles in den 40er Jahren zu entwerfen. De Palma versucht sich als Martin Scorsese, indem er Gewalt, gesellschaftlichen Verfall und Korruption in Reihen der Polizei und Politik als ästhetische Geschichtsstunde inszeniert.
So ist der Thriller weniger eine mysteriöse Hatz nach einem entarteten Killer, sondern mehr ein historisch angehauchtes Cop-Porträt – zumindest die ersten 100 Minuten. Während Aaron Eckhart, bekannt aus „Thank You For Smoking“, den aalglatten Ordnungshüter mit politischen Ambitionen gibt, darf Josh Hartnett („40 Tage und 40 Nächte“, „Sin City“) den naiven Gegenpart spielen. Mit stets traurigem Blick trägt er nicht nur die Last der Welt auf seinen Schultern, sondern auch die des Drehbuchs.
Charakteristika einer düsteren Zeit
Die atmosphärische Dichte des vom „L. A. Confidential“-Autor James Elroy entworfenen Bildes der damaligen Zeit kann nicht über einige Längen hinwegtäuschen. Zu bedächtig werden die Charakteristika dieser düsteren Zeit behandelt: Prostitution, Drogenhandel, polizeiliche Willkür und Bestechlichkeit. Allenfalls die vollkommene Handlungsgewalt der Cops in Schlips, Kragen und Hut ist ein essenzieller Aspekt der Handlung.
Zwei befreundete Boxer, der deutschstämmige Bucky Bleichert (Hartnett) und Lee Blanchard (Eckhart), sind abseits des Rings ein schlagkräftiges Ermittlerduo, das schon zahllose prominente Gangstergrößen nicht nur hinter Gitter, sondern gerne auch gleich zur Strecke gebracht hat.
LEIF KRAMP
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