Wenn sich schon der im australischen Outback aufgewachsene Crocodile Dundee im Großstadtdschungel von New York so verdammt schwer getan hat, wie muss es dann erst einem Neandertaler im 21. Jahrhundert ergehen? Er zielt mit seinem Holzspeer auf fliegende Hubschrauber, leidet Höllenqualen unter jenem Lärm, den „Zivilisationsmenschen“ überhaupt nicht mehr wahrnehmen, und er kann mit der Frage „Do you speak English?“ naturgemäß nichts anfangen.
Aber diese „Kulturcrash“-Szenen stehen in Wolfgang Murnbergers Kinder- und Jugendfilm „Lapislazuli“ ohnehin nicht im Mittelpunkt. Dem österreichischen Regisseur („Silentium“, „Komm süßer Tod“) geht es vielmehr darum, die Geschichte zweier junger Menschen zu erzählen, die durch eine gewisse Wesensverwandtschaft miteinander verbunden sind. Ein Komet erweckt den eingefrorenen Neandertaler Bataa zum Leben. Er trifft die 13-jährige Sophie. Trotz Kommunikationsproblemen schließen das Großstadtmädchen und der Neandertaler Freundschaft. Für diese ungewöhnliche Beziehung findet Murnberger einfühlsame Bilder.
MICHAEL STADLER
diese seite | 06.10.2006 | 10:03
Daten und Fakten
Regie: Wolfgang Murnberger
Schauspieler: Gregor Bloéb, Julia Krombach, Clarence John Ryan, Vadim Glowna, Paula Nocker
Genre: Kinderfilm
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