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In „Bab’Aziz“ gewährt Nacer Khemir Einblicke in die Sufi-Kultur
Ein alter, blinder Derwisch marschiert mit einem jungen Mädchen durch die Wüste. Der Großvater und seine Enkelin sind auf dem Weg zu einem Treffen von Bettelmönchen, das nur alle 30 Jahre stattfindet. Dafür gibt es weder einen fixen Termin noch einen festgelegten Ort. „Wer eingeladen ist, der findet den Weg“, erklärt Bab’Aziz der staunenden Ishtar. Und weil der Weg zu besagtem Fest der Derwische ein sehr weiter ist, vertreibt der alte Mann seiner Enkelin die Zeit, indem er ihr Geschichten erzählt: vom Prinzen, der im Wasser seine Seele betrachtet, von den Geheimnissen des Lebens und vom menschlichen Sein.
Regisseur Nacer Khemir („Das verlorene Halsband der Taube“) beschwört in „Bab’Aziz“ die Magie des Erzählens. Die Motive des in Tunesien und im Iran gedrehten Streifens sind von der geistigen Welt des Sufismus inspiriert. Daraus resultiert ein ständiger Wechsel der Erzählebenen: Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen mit Wirklichkeit und Fantasie zu einem exotischen Märchen, das ganz in der Tradition von „1001 Nacht“ steht.
Nicht weniger faszinierend als Nacer Khemirs Film ist der Soundtrack von Armand Amer, der die Vielfalt der Sufi-Musik vor Ohren führt.
MICHAEL STADLER
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