|
Der Kriegsfilm „Brotherhood“ ist die bisher erfolgreichste koreanische Produktion
Asiatische Kriegsfilme wie John Woos „Bullet In The Head“ sind für westliche Zuschauer mit einem Faible für Copolla oder Spielberg meist schwer zugänglich. Die Mischung aus Drama und heroischer Action, pathetischem Heldentum und süßlichen Melodien wurde John Woo auch später in Hollywood zum Verhängnis, als sein blutiger Streifen „Windtalkers“ an den Kinokassen floppte. Mit „Brotherhood“, dem bisher erfolgreichsten koreanischen Film, nähert sich Regisseur und Drehbuchautor Je-gyu Kang („Shiri“) stilistisch westlichen Kriegsfilmen an. Die spektakulären Effekte und Sets mit unzähligen Komparsen müssen sich nicht hinter amerikanischen Vorbildern wie der HBO-Reihe „Band Of Brothers“ verstecken.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junges Brüderpaar: Jin-tae (Dong-Kun Jang), der Ältere der beiden Brüdern, ist Schuhputzer. Sein jüngerer Bruder Jin-seok (Bin Wan) ist Schüler und somit der ganze Stolz der ärmlichen Familie. Als 1950 der Krieg ausbricht und die jungen Männer unfreiwillig eingezogen werden, bestimmen fortan Blut und Chaos ihr tägliches Leben.
Während sich Jin-seok weitestgehend aus den Kampfhandlungen heraushält, spekuliert sein Bruder auf eine Tapferkeitsmedaille. Bildgewaltige Schlachten, harte Gewaltdarstellungen und jede Menge Kunstblut haben – anders als in Malicks philosophischem Werk „The Thin Red Line“ – vorwiegend voyeuristischen Charakter. Wahnsinn und Grauen – in „Die durch die Hölle gehen“ und „Apokalypse Now“ unvergesslich inszeniert – werden hier lediglich durch minutenlange Prügeleien verdeutlicht.
STEPHAN KLIEMSTEIN
|