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"Garfield 2" mit Breckin Meyer und Jennifer Love Hewitt: Der zynische Comic-Kater in einem Film mit familien- freundlichen Pointen.
Mit Lasagne ist es wie mit den meisten Filmen: aufgewärmt schmeckt sie mindestens so gut wie frisch aus dem Ofen. Ist das Nudelgericht allerdings schon beim ersten Verzehr nur Mittelmaß, mundet es selbst nach mehrmaligem Aufwärmen nicht. "Garfield 2" stellt eine kulinarisch-visuelle Ausnahme dar.
Luft, Lasagne und ein Ledersofa sind alles, was der träge Couch Potato Garfield zum Überleben braucht. Als Jon (Breckin Meyer), das treue Herrchen des faulen Pelzknäuels, plötzlich nach England reist, um dort seiner Freundin Liz (Jennifer Love Hewitt) den längst überfälligen Heiratsantrag zu machen, kommt es, wie es kommen muss: Garfield und sein dümmlicher, dafür umso mehr liebenswerter Hundefreund Odie begleiten Jon als blinde Passagiere.
Kaum angekommen, wird der Kult-Kater auch schon mit der harten Realität Londons konfrontiert: Statt der geliebten Lasagne stehen nun "Haggis" und Fleischpastete auf dem Speiseplan.
Eine folgenschwere Verwechslung mit dem blaublütigen Kater Prince, der ein luxuriöses Schloss geerbt hat und Garfield bis auf die Schnurrbarthaare gleicht, führt zu mörderischen Turbulenzen. Garfield, der vorerst sein neu gewonnenes Luxusleben in allen Zügen genießt und sich selbst als "Party-Prinz" feiert, wird schon bald zur Zielscheibe des bösen Erbschleichers Lord Dargis (Billy Connolly).
Zwar schmeckt der Plot von "Garfield 2" leicht vorgekaut - die Handlung orientiert sich weitgehend an Mark Twains berühmtem Roman "Der Prinz und der Bettelknabe" -, Regisseur Tim Hill ("Muppets From Space") überzeugt dennoch mit einigen Verbesserungen hinsichtlich des eher lahmen Vorgängers
Jim Davis, der Schöpfer von Garfield, ebnete mit seinen zynischen Comic-Strips den Weg für spätere Serien wie "Die Simpsons" und "Family Guy". Beiden Garfield-Kinofilmen fehlen jedoch dieser typische Sarkasmus und schwarze Humor - selbst dem Kater hat man die markanten schwarzen Streifen aus dem Fell gebleicht. Ins Schwarze treffen nun zumindest die zahlreichen Gags, wenn auch erst beim zweiten Anlauf.
Synchronisiert wird Garfield dieses Mal von Oliver Kalkofe. Gefeilt wurde auch an den Computer-Effekten, Unterschiede zu Teil Eins sind allerdings nur marginal. Parodien auf Filmklassiker wie "Das Schweigen der Lämmer" und "Oliver Twist" entlocken schließlich auch älteren Semestern ein Lächeln.
"Garfield 2" bleibt dennoch ein richtiger Familienfilm, mit eindeutigen, politisch korrekten Pointen und überwiegend infantilem Humor.
Das kurzweilige Gag-Gewitter lässt vor allem die Kleinen voll auf ihre Kosten kommen.
© SN / STEPHAN KLIEMSTEIN
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