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Mit "American Dreamz" versucht Regisseur Paul Weitz Unmögliches: Er kombiniert die beiden Themen Casting-Show und Terrorismus.
Der britische Kinostar Hugh Grant ist in seinem Hollywood-Debüt eigentlich nur die Randfigur: Er spielt den Moderator einer TV-Casting-Show. Der Präsentator weiß um die Bedeutung des Marketings. Da bekommt er vom Weißen Haus ein Angebot: Der US-Präsident will sich im Finale der Show höchstpersönlich in die Jury setzen.
Dennis Quaid (ihn zu sehen, ist immer wieder eine Freude) spielt diesen mächtigsten Mann der Welt. Er ist, so will es das Buch, eine dümmliche Marionette, die sich plötzlich um ihre Eigen-PR sorgt. Der Präsident soll sich als Mann aus dem Volke zeigen, glauben seine Berater.
Ein zweiter Handlungsstrang rückt die Teilnehmer der Show in den Mittelpunkt.
Da ist zum Beispiel Sally (Mandy Moore), die singen kann und sich daher gute Chancen ausrechnet. Vor allem aber ist sie karrieregeil, was in höchst unterhaltsamen Szenen deutlich wird. Da kommt das TV-Team überraschend zu ihr nach Hause, um ihr mitzuteilen, dass sie unter den Kandidaten ist. Sie bricht in hemmungslosen Jubel aus, doch die Kamera läuft nicht. Aber Sally, ganz Profi, macht's gerne noch einmal.
Ihr gegenüber steht schließlich der US-arabische Sänger Omer (Sam Golzari), der eher versehentlich erwählt wird, dann aber den Auftrag erhält, vor aller Augen bei der Live-Übertragung den Präsidenten in die Luft zu jagen.
Hier läuft der als Mediensatire gedachte Film des Autors und Regisseurs Paul Weitz aus der Form: Fahrlässig geht das Drehbuch in der Folge mit dieser Idee um, nutzt sie wiederholt als komödiantische Grundlage und wird damit dem ernsten Hintergrund von Glaubenskriegen, Terror und Vorurteilen nicht gerecht.
Keine Frage: Eine Mediensatire, die den Casting-Wahn samt einer Jugend aufs Korn nimmt, die vom Leben als Superstar träumt, war überfällig und hätte für sich genommen wohl funktioniert. Hier aber rückt dieses Thema im Verlauf des Films zunehmend in den Hintergrund, ist schließlich nur mehr Bühne für ein Bedrohungsszenario. Das wird zwar nie ernst genommen, beherrscht aber den Fortgang der Handlung. Schade um eine gute Idee.
KAI-OLIVER DERKS
© SN
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