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Hayao Miyazakis Frühwerk "Das Schloss im Himmel" begeistert alle Freunde des fantasievollen Trickfilms.
Der neue Film von Hayao Miyazaki, eines der wichtigsten Vertreter des japanischen Animationsfilms, ist ein ganz alter: der Schöpfer von "Chihiros Reise ins Zauberland" und besonders "Das wandelnde Schloss" drehte bereits 1986 "Das Schloss im Himmel".
Schlichtweg hinreißend und wie selbstverständlich wird Animationsfilm mit Tempo und Spannung kombiniert: Eine märchenhafte Begegnung zwischen einem Mädchen und einem Jungen, wie sie Disney nicht stimmiger hätte inszenieren können, wechselt sich mit knallharter Anime-Action ab, dass einem Hören und Sehen vergeht.
Tollkühne Piratin Dora mit Zöpfen
Militär und Luftpiraten haben allerdings nicht das Gewaltmonopol in dieser Geschichte, wobei die Piraten von der nicht mehr jungen, aber mutigen Kämpferin Dora mit Zöpfen angeführt werden. Mit im Spiel sind der Regierungsbeamte Musca und seine Agenten. Europäische Klischees werden hier zumindest nicht durchgängig bedient.
Das Waisenmädchen Sheeta trifft, von einem magischen Kristall beschützt, auf den Jungen Pazu, einen mutigen Burschen aus einem Bergarbeiterdorf. Die Piraten wollen Sheetas Stein in ihren Besitz bringen, worauf es zu atemberaubenden Verfolgungsjagden kommt, die zeichentechnisch perfekt umgesetzt sind.
Ziel der Jagd ist das legendäre Himmelskönigreich Laputa, ein Motiv aus Jonathan Swifts "Gullivers Reisen". Kreiert hat Hayao Myazaki allerdings eine ganz eigenständige Geschichte.
Für die Piraten standen die drei Brüder des Regisseurs Modell. Die fantastischen Wolkenkuckucksheime sind also verankert in der wirklichen Welt.
Ganz junge Zuschauer sind hier sicherlich überfordert. Auf die Frage nach seinem Zielpublikum antwortete Hayao Myazaki einmal salomonisch, er drehe Filme "für Menschen, die zehn Jahre alt waren, und für die, die zehn Jahre alt werden".
PIERRE A. WALLNÖFER
© SN
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