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Mission Impossible 3
Im Temporausch
Technische Spielereien, wenig Schauspielkunst und hohes Tempo: Superagent Tom Cruise ist ab heute, Donnerstag, zum dritten Mal auf "Mission Impossible".

SALZBURG (SN). Mit welch rastloser Perfektion sich Superagent Ethan Hunt (Tom Cruise) über die Mauern des Vatikans hievt und sich in Schanghai von einem Hochhaus schwingt, das erinnert fast an einen Superhelden wie Batman. Die Masken, die Cruise zeitweise trägt, haben allerdings keine Fledermausohren, sondern ahmen lediglich seine Feinde nach - Hightech-Silikon imitiert hier den berüchtigten Gegenspieler von Ehtan Hunt, dargestellt von Philip Seymour Hoffman.

Die technischen Spielzeuge des Agenten sind nicht so charmant wie die von James Bond, und niemand erläutert sie uns eingehend, wie das bei "Q" in der 007-Reihe der Fall ist. Seilwinden, Haftbomben und Mikrodatenträger sind einfach da und surren, explodieren oder spielen Videofiles ab. Die Kraft des Superhelden liegt einzig und allein in der Beherrschung der Technik, die ihm zur Verfügung steht.

"Mission Impossible 3" ist eine von Geräuscheffekten, Explosionen und berstendem Metall überladene Tonspur, die alle Sinne betäubt. Das dazu komponierte Bild rotiert um den Star des Films.

Alle Bilder rotieren um den Star Tom Cruise

Tom Cruise ist der Held, der sich aus jeder Situation befreit, egal wie haarsträubend aussichtslos sie scheint. Um dem Star ein paar menschliche Qualitäten zu geben, darf er im dritten Teil der Reihe auch leiden und weinen.

Der abgrundtief böse Waffenhändler Owen Davian (Hoffman) hat nicht nur Hunts Kollegin Lindsey (Keri Russell) auf dem Gewissen, sondern entführt auch Hunts Frau Julia (Michelle Monaghan), die vom Agentenjob ihres Mannes nichts ahnt. Mehr über den Inhalt zu sagen, wäre Platzverschwendung. "Mission Impossible 3" ist mehr actiongeladene Materialschlacht denn psychologischer Thriller. Immerhin kommt "MI:3" an den kurzweiligen Unterhaltungseffekt des von Brian de Palma inszenierten ersten Teils von 1996 heran. Cruise kann zwar immer noch nicht besser schauspielern, aber für einen Actionhelden reicht bescheidenes Minenspiel. Schauspieler mit Charakter wären hier ohnehin fehl am Platz.

Deshalb tut sich Philip Seymour Hoffman als Bösewicht schwer: Seine Auftritte sind viel zu kurz, um der Figur eine psychologische Tiefe zu geben und die Motivation für ihr Handeln zu erklären.

In seiner Machart erinnert der Film auf Grund der stets entfesselten, im Temporausch agierenden Kamera nicht selten an die TV-Serie "24", was für einen Kinofilm kein Kompliment sein kann. Außerdem teilt "MI:3" das Schicksal vieler Fortsetzungen: Die Wiederholung kann selten neue Aspekte eines Stoffes zutage fördern. Man kennt das aus dem Radio: Dort werden Songs so oft gespielt, bis man sie nicht mehr hören mag.

MATTHIAS GREULING

© SN

 

diese seite | 10.07.2006 | 14:21

Daten und Fakten

Regie: J.J. Abrams

Schauspieler: Tom Cruise, Ving Rhames, Keri Russell, Simon Pegg

Genre: Action, Abenteuer

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