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V wie Vendetta
Terror als System
Die gelungene Comic-verfilmung "V wie Vendetta" der Brüder Wachowski ("Matrix") erzählt von einer düsteren Zukunft.

Ein faschistischer Staat in gar nicht allzu ferner Zukunft: In Großbritannien regiert der allmächtige Kanzler Adam Sutler (John Hurt), seine Propaganda wird zeitgemäß vor allem übers Fernsehen verbreitet. Auf den Straßen sorgen die so genannten "Fingermen" für allgegenwärtigen Terror. Die Geheimpolizisten des Staates haben die Aufgabe, sicherzustellen, dass die Diktatur auch auf der Basis funktionsfähig ist.

Auf der anderen Seite in James McTeigues "V wie Vendetta" steht ein mysteriöser Maskenträger namens "V" (Hugo Weaving), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Regime mit allen Mitteln der Gewalt zu bekämpfen: Reihenweise ermordet er wichtige Staatsvertreter. Und gleich zu Beginn von "V wie Vendetta" fliegt das Gericht Old Bailey in die Luft.

"V" beruft sich auf einen berühmten Attentäter: Guy Fawkes, der am 5. November 1605 versuchte, das britische Parlament in die Luft zu sprengen, um die gesamte Regierung mit einem Schlag auszulöschen.

"Remember, remember, the 5th of November" singt man heute noch in Großbritannien. Auch der maskierte Rächer macht von diesem Slogan Gebrauch. Als nächstes steht nämlich das Parlament auf seiner Sprengliste.

Wie eine Mischung aus Fiktion und Realität kommt "V wie Vendetta" im Zeitalter des Terrorismus daher. Dem Film liegt eine Graphic Novel zu Grunde, die Alan Moore in den 80er Jahren herausgebracht hatte. Darin setzte sich der Autor auch mit der Frage auseinander, ob der Zweck tatsächlich die Mittel heiligt. Selten hat man in der Comicwelt eine derart literarisch gehaltene Erzählung gefunden.

Die Brüder Andy und Larry Wachowski ("Matrix"-Trilogie) übersetzten Moores gezeichnete Bilder schließlich in ein Filmdrehbuch.

Nicht nur mit Effekten geladen

Den Gegenpart des maskierten Rächers "V" bildet im Film die junge Redaktionsassistentin Evey (Natalie Portman, hier mit Glatze), die mit den "Fingermen" in Konflikt gerät und von "V" gerettet wird. Es stellt sich heraus, dass Evey, eine Vollwaise, mit ihrem Retter "V" in engerem Zusammenhang steht als angenommen - dennoch kann und will die junge Frau die brutalen Methoden des Rächers "V" nicht akzeptieren.

Ein Comicthriller, der stilistisch mit starken Bildern arbeitet und dessen Konzentration sich auf den Fanatismus und die Radikalität seiner Hauptfigur richtet. Weil die Geschichte vielschichtig ist und auch gesellschaftspolitische Fragen diskutiert, anstatt sich bloß in effektgeladenen Bildern zu entfalten, gehört "V wie Vendetta" zu den gelungeneren Comicadaptionen der letzten Jahre.

Matthias Greuling

© SN

 

diese seite | 24.04.2006 | 15:52

Daten und Fakten

Genre: James McTeigue

Schauspieler: Natalie Portman, Hugo Weaving, Sinéad Cusack, Nicolas De Pruyssenaere, K.B. Forbes

Genre: Action

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