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George Clooney setzt sich im Streifen "Good Night, and Good Luck" mit der berüchtigten Ära McCarthy auseinander: ein brandaktueller Film!
"Spielt nicht mit dem Feuer" - eine Warnung, die der kettenrauchende CBS-Journalist Edward Murrow (David Strathairn) in den Wind schlägt. Er übt in seiner Nachrichtenshow offen Kritik an der Menschen verachtenden Kommunistenhatz von Senator McCarthy, der das gesellschaftliche Klima des Kalten Kriegs geschickt zu nutzen verstand, um zu einem selbstherrlichen Großinquisitor aufzusteigen.
Zahllose Karrieren von Schriftstellern, Künstlern, Schauspielern, Regisseuren und Journalisten fielen zwischen 1948 und 1956 den Säuberungsaktionen McCarthys zum Opfer. Presse und Fernsehen hielten sich zumeist diskret zurück: "Lieber ein Feigling als ein Roter" lautete in den Redaktionsstuben vielfach das Motto.
George Clooney inszeniert seinen zweiten Spielfilm "Good Night, and Good Luck", dessen Story auf einer authentischen Geschichte basiert, ganz als Zweikampf zwischen dem engagierten Journalisten sowie seinem Redaktionsteam und McCarthy sowie dessen Apparat. Der Senator tritt ausschließlich in Dokumentaraufnahmen in Szene.
Um diese historischen Zeitdokumente nahtlos in seinen Film integrieren zu können, drehte Clooney in Schwarzweiß, was dem von Dialogen und Monologen geprägten Kammerspiel einen authentischen Charakter verleiht.
Konkrete Anspielungen auf gegenwärtige Entwicklungen in den USA gibt es zwar keine, doch schwingen sie in jeder Debatte um die Einschränkung von Bürgerrechten, um Zensur und Hysterie latent mit. Es genügt, die Parole von der "großen kommunistischen Verschwörung" gegen jene vom "Krieg gegen den Terror" zu ersetzen. Wenn bei der Oscarverleihung die Preisträger einen Maulkorb verpasst bekommen und der Ruf nach dem "Clean Screen" immer lauter wird, dann zeigt dies auf, dass der "McCarthyismus" vor einer Renaissance steht.
Ist das moderne Fernsehen allerdings noch jene moralische Instanz, als welche es Clooneys Film zeichnet? Edward Murrow wird von den CBS-Chefs jegliche journalistische Freiheit eingeräumt, doch auch er übersteht die Konfrontation, die zu McCarthys Fall beiträgt, nicht unbeschadet. Nachdem Sponsoren seiner Nachrichtenshow Werbespots stornieren, wird diese aus der Prime Time ins Nachmittagsprogramm verbannt.
"Good Night, and Good Luck" weist im Detail einige Schwächen auf: Der Kampf David gegen Goliath ist stellenweise allzu plakativ in Szene gesetzt und die Figur des Protagonisten erweckt den Eindruck eines Journalisten aus der Retorte. Auf Grund der spannend erzählten Geschichte, der beeindruckenden schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles, der intelligenten Kameraführung (Robert Elswit) und des großartigen Soundtracks lohnt sich der Weg ins Kino.
MICHAEL STADLER
© SN
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