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Jodie Foster überzeugt im in kühlem Blau gehaltenen Thriller "Flight Plan" des jungen deutschen Regisseurs Robert Schwentke.
Vom Startverbot auf Umwegen zum "Flight Plan". Das Drehbuch zu Jodie Fosters neuem Film geisterte schon länger als zu entwickelnder Stoff durch Hollywood bis es von Produzent Brian Grazer ("A beautiful Mind") erworben wurde. Doch dann kam der 11. September und damit das einstweilige Aus für Thriller, die mit dem Sujet Fliegen zu tun hatten.
Aufgewärmt wurde die Story, als man bei Disneys Buena Vista Studio einen geeigneten Stoff für den jungen deutschen Regisseur Robert Schwentke suchte. Nachdem dessen gelungener, aber kommerziell erfolgloser zweiter Spielfilm in Deutschland - der düstere Thriller "Tattoo" - auf DVD in der Filmszene von Los Angeles kursierte, sollte Schwentke daraufhin seine US-Chance bekommen.
Ursprünglich für eine männliche Hauptrolle konzipiert wurde die Story von "Flight Plan" kräftig umgearbeitet und der angesprochene Star Jodie Foster sagte sofort zu. Kein Wunder, denn die Rolle ist maßgeschneidert für sie: eine Art "Panic Room" in der Luft. Erneut spielt sie gekonnt eine Frau unter enormem emotionalem Druck, eine Heldin, die statt mit Muskeln mit Intellekt arbeitet. Die von ihr verkörperte Flugzeugingenieurin Kyle tritt nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes allein mit ihrer sechsjährigen Tochter Julia den Rückflug von Berlin in die USA an.
Nach den schlimmen Strapazen der letzten Tage schlafen Mutter und Tochter an Bord sofort ein. Als Kyle einige Stunden später erwacht, ist das Kind spurlos verschwunden. Weder Passagiere noch Mitglieder der Crew können sich daran erinnern, Julia überhaupt jemals an Bord gesehen zu haben und nicht einmal auf der Passagierliste ist ihr Name zu finden.
So unternimmt die technisch versierte Kyle eine Flugzeugdurchsuchung auf eigene Faust, die bald zu interessanten Entdeckungen und einem Erpressungsfall führt.
Robert Schwentke beginnt seinen konstruierten Psycho-Thriller mit eleganten Einstellungen - Michael Ballhaus' Sohn Florian führt die Kamera, die sich gekonnt in dem in kühlem Blau gehaltenen Interieur des modernen Riesenjets bewegt. Aber zusehends geht nach stilistisch gekonntem Auftakt der kammerspielartigen Geschichte gegen Ende des Filmfluges langsam der Sauerstoff aus.
Auch die deutlichen Zugeständnisse an die kantige Thrillerdramaturgie amerikanischer Prägung, logische Brüche und das Anklingen übersinnlicher Elemente sorgen dann leider für einen raschen Sinkflug.
Das actionbeladene Happy- end macht die Sache nicht besser - auch wenn Jodie Foster in jeder Szene eindrucksvoll agiert.
MARKUS AICHER
© SN
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