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Prügelkino und mehr: In "Entfesselt" lässt Luc Besson den Eastern-Star Jet Li als menschlichen Kampfhund das Gute in sich entdecken.
Simples Prügelkino sollte man nie mit Anspruch und Emotionen paaren wollen. Das geht meistens in die Hose. In diesem Fall aber ist Frankreichs gefeiertem Luc Besson ("Das fünfte Element") und Nachwuchsregisseur Louis Leterrier eine Ausnahme gelungen. Denn das Aschenputtel-Filmchen "Unleashed/Entfesselt" sorgt für Rührung und Lacher, streckenweise zumindest.
Die Story von der Kasper- Hauser-Kampfmaschine Danny (China-Superstar Jet Li), die jahrelang im dunklen Verließ gehalten und nur zu Tötungsdelikten von der Leine gelassen wird, ist zwar simpel gestrickt, wartet dafür aber mit lässigen Kamerafahrten auf und hat mit Bob Hoskins und Morgan Freeman zwei Darsteller, die echte Veredelung liefern. Nur Kick-Profi Jet Li ("Romeo must die"), der sich mit seinen über 40 Jahren als Naivling mit großen Augen versucht, nimmt man die Rolle nicht ganz ab. Er spielt den Gefangenen, der von einem keifenden Gangster aus Glasgow (groß: Hoskins) wie ein Tier gehalten wird.
Danny trägt ein Halsband und benimmt sich brav. Sobald das Band aber gelöst wird und ihm ein "Fass ihn!" zugerufen wird, wird er zum Killer. Der Mensch als Kampfhund - Besson hat sich etwas gedacht, als er das Drehbuch schrieb. Damit Bewegung in die Geschichte kommt, baute er noch einen blinden Klavierstimmer (Freeman) und dessen herzensgute Tochter (Kerry Condon) ein, die dem verschreckten Sklaven erstmals Liebe und Geborgenheit vermitteln. Den Unterdrückten führt das auf den richtigen Pfad und direkt zu einem heftigen Showdown.
Der Film "Unleashed/Entfesselt" schwankt zwischen Identitätsdrama und brutalem Martial-Arts-Film, in dem die Knochen knacken. Leicht hätte daraus ein unfreiwillig hochkomisches Werk werden können. Dank guter Schauspieler geschieht das jedoch nicht. Bessons Geschichte ist zwar nicht immer stimmig, aber besser als die üblich tumbe Schlägerware, die im Actionkino von heute so oft auf Autopilot läuft.
DANIEL RONEL
© SN
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