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Trickfilm-Abenteuer „Madagascar“ aus dem Spielberg-Studio über vier Zootiere, die sich in der Wildnis zurechtfinden müssen.
Jeffrey Katzenberg ist einer, der es allen zeigen will. Als Mitbegründer von Steven Spielbergs Filmstudio Dreamworks SGK und Chef der dortigen Animationsabteilung treibt es ihn offensichtlich voran. Es heißt, der mächtige Produzent wolle seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Disney-Konzern, von dem er sich einst in Groll trennte, immer wieder eins auswischen. Vielleicht hat er aber auch nur erkannt, dass sich mit computeranimiertem Output ordentlich Geld verdienen lässt. Deshalb drückt Katzenberg, der mit dem grünen Sumpfmann „Shrek“ ins Schwarze getroffen hat, nunmehr aufs Tempo. Im Gegensatz zur Konkurrenzfirma Pixar („Findet Nemo“, „Die Unglaublichen“), die sich für jeden Film angemessen Zeit lässt, produziert Dreamworks die Ware am laufenden Band.
Was sich bei „Madagascar“ bemerkbar macht. Das 3D-Eiland-Abenteuer bleibt nämlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Schade, denn die Grundidee ist beeindruckend: Vier zivilisierte und leicht neurotische Zootiere (vom selbstverliebten Löwen bis zur hypochondrischen Giraffe) verlassen mehr oder weniger freiwillig ihre vertrauten Gehege, um nach Afrika verschifft zu werden. Dummerweise sorgt eine Gruppe durchtriebener Pinguine für eine unruhige Fahrt, so dass die Holzboxen schließlich an den Strand von Madagaskar gespült werden.
Hier drehen die Tiere fast durch, denn mit der Wildnis haben verhätschelte und vermenschlichte Zoobewohner so gar nichts am Hut. Spätestens jetzt könnte die satirische Safari richtig aufdrehen, sie macht es aber nicht.
Stattdessen versandet die Story und weiß mit ihren sympathischen Helden nur wenig anzufangen. Was dazu führt, dass der Film allenfalls zu solider Familienunterhaltung ohne Doppelbödigkeit taugt.
„Madagascar“ fängt stark an und lässt stark nach. Die amüsante bis hektische Animation ist im hübschen Retro-Look gehalten und wird für einige Lacher und glitzernde Kinderaugen sorgen. Aber es wäre mehr möglich gewesen.
Das weiß sicher auch Katzenberg, der es das nächste Mal entspannter angehen lassen sollte. Sonst ist er bald selbst reif für die Insel.
DANIEL RONEL
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