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István Szabós neues Kinodrama "Being Julia" mit Annette Bening und Jeremy Irons - nach William Somerset Maughams Novelle.
Irgendwann bringt der morgendliche Blick in den Spiegel die brutale Wahrheit zu Tage: Die Jugend ist vorbei. Schien bis vor kurzem der Zeitstrahl des Lebens noch unendlich zu sein, bewegt man sich nun mit zunehmendem Tempo dem unausweichlichen Ende entgegen. Bange Fragen tauchen auf: "Soll das wirklich schon alles gewesen sein?", "Habe ich erreicht, was ich erreichen wollte?", "Werde ich bald zum alten Eisen gehören?"
Kaum jemand ist vor dieser Phase gefeit, für die unsere Gesellschaft den schönen Begriff der "Midlife Crisis" geprägt hat. Diesem altbekannten Thema widmet sich nun István Szabós ("Mephisto") neuester, zwischen Drama und Komödie schwankender Film "Being Julia", der mit einer schlichtweg brillanten Darbietung von Annette Bening aufwartet.
Im Zentrum der Geschichte, die auf der Novelle "Theatre" von William Somerset Maugham aus dem Jahre 1937 basiert, steht die Schauspielerin Julia Lambert, ein gefeierter Theaterstar im London der späten 30er Jahre. Die schöne Diva könnte nicht glücklicher sein: Das Publikum liebt sie, mit ihrem Mann und Manager Michael (Jeremy Irons) führt sie eine scheinbar perfekte Ehe. Doch die Gefühlswelt der Mittvierzigerin sieht anders aus: Ihr Beruf füllt sie nicht mehr aus, der Spaß und die Leichtigkeit sind verloren gegangen. Und auch die Ehe mit Michael hat sich zu einer platonischen Freundschaft entwickelt.
Wie gerufen taucht der nur halb so alte Amerikaner Tom (Shaun Evans) auf, der Julia heftig den Hof macht und sich als ihr größter Fan vorstellt. Sie beginnen eine Affäre, die die Schauspielerin wieder aufblühen lässt.
Doch man ahnt es schon - schließlich sind solche Geschichten selten gut ausgegangen: Tom vergnügt sich nebenher mit der jungen Schauspielerin Avice (Lucy Punch). Als Julia dies erfährt, ist sie am Boden zerstört. Als Tom sie auch noch bittet, die Karriere ihrer Rivalin zu fördern, sagt Julia Hilfe zu. In Wahrheit ersinnt sie aber einen fein ausgeklügelten Racheplan.
ANJA FRAUNBERG
© SN
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