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Charles Shyers elegantes Remake von "Alfie" - mit einem charmanten Jude Law sowie Susan Sarandon und Marisa Tomei.
Auftritt Alfie: ein "Womanizer" par excellance. In dem Remake von "Der Verführer lässt schön grüßen", mit dem Michael Caine 1966 berühmt wurde, schlüpft Jude Law in die Rolle des scheinbar Unwiderstehlichen. Der Film "Alfie" von Charles Shyer begleitet ihn während seiner Affären mit den verschiedensten Frauen. Etwa mit einer "Fast-Freundin", die seine Eskapaden nicht mehr mitmachen möchte.
Zurück im Single-Leben scheitert er fast an "männlichen" Problemen. Er kommt erstmals dazu, seinem Lotterleben eine Pause zu gönnen und über Gefühle nachzudenken. Dennoch gelingt es ihm nicht, von Saus und Braus loszukommen. Während er gegenüber der Damenwelt nicht viele Worte braucht, wendet sich Alfie umso beredter an den Kinozuschauer. Er lässt in seine Seele blicken, in der es weniger selbstsicher aussieht. Das Publikum fühlt sich in die Handlung integriert - ein gelungener, wenn auch nicht neuer Regie-Trick, der besonders durch Laws eindringlichen Blick wirkt.
Jude Law mag kein Michael Caine sein, aber er verleiht "Alfie" eine persönliche Note, trägt große Strecken des Films allein und verliert dabei nie die Aufmerksamkeit des Publikums. Auch wenn Law nicht "jederfraus" Geschmack ist, muss man zugeben, dass er den Part mit Charme erfüllt.
Marisa Tomei spielt Alfies "Fast-Freundin". Verletzlich und süß schafft sie es schließlich, sich von dem Frauenhelden loszusagen. Jane Krakowski und Sienna Miller haben als kurze Eroberungen wenig Gelegenheit, ihren Rollen Profil zu geben. Da bleibt eher Nia Long im Gedächtnis, deren Figur erlebt, dass Alfie kein Tabu kennt.
Nur eine kann es mit Alfie aufnehmen, und somit auch an die dominierende Darstellung Laws herankommen: Susan Sarandon als elegante Frau, die das exquisite Leben genießt und sich nimmt, was sie will.
Die Tabus von 1966 sind heute keine mehr. Aber die Probleme eines Menschen, der noch keine Liebe gefunden hat, bestehen weiter. Zwar ist es interessant, in das Leben eines "Womanizers" Einblick zu erhalten, es fehlt dem Film jedoch an Witz für eine Komödie sowie an Tiefgang für ein Drama.
Das Remake ist nicht nur dem Vergleich mit seinem Original ausgesetzt. In "Hitch" geistert zur Zeit ein zweiter Herzensbrecher durch die Kinos. Will Smiths "Date-Doktor" ist amerikanischer - und das nicht nur, weil man darin New York sieht, wie es nur wenige kennen, und "Alfie" die Stadt aus Sicht eines Londoners zeigt. "Hitch" ist schwungvoller und lustiger, während "Alfie" eleganter wirkt.
THERESA STEININGER
© SN
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