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Sozialdrama "Montags in der Sonne" im Komödien-Ton von Fernando Léon de Aranoa
In besseren Zeiten haben sie alle in der Werft gearbeitet. Das war einmal. Am Tresen in der Bar um die Ecke werden sie zu Philosophen: "Wie viel sind achttausend Peseten?", fragt einer. - "In Euro?" - "Nein, in Peseten."
Denn es geht nicht um Zahlen, "sondern um den gefühlten Wert". Und dieser Wert ist beinah gleichbedeutend mit dem Wert des (Über-)Lebens für die Ex-Arbeitskollegen Santa, José, Lino, Reina und wie sie alle heißen.
Amador ist der ärmste von ihnen. Er trinkt nur noch - und dass seine Frau keineswegs am Montag zurückkommt, ist auch klar. Rico hat es als Einziger zu etwas gebracht, er hat eine Bar eröffnet. Ob er reich wird mit seinen bankrotten Ex-Kumpanen als Stammgästen? Sie sind die Einzigen, scheint es.
Wie aber geht es weiter, wenn gar nichts mehr weiter geht? Lino versucht es immer wieder mit Vorstellungsgesprächen. Die Mitbewerber sind viel jünger, seine Lage völlig aussichtslos. Auch wenn er aus dem Kleiderschrank seines Sohns einen modischen Pullover holt und mit Haarfärbemittel den ergrauten Schläfen Paroli bietet.
Am Meeresufer träumen die Freunde von Australien, von den Antipoden, was einer so erklärt: "Dort gibt's Arbeit, hier nicht ..." Die Tristesse wäre gut für ein Sozialdrama eines modernen Gerhart Hauptmann. Buch und Film sind hier aber von Fernando León de Aranoa, der für seine Streifen "Familia", "Barrio" und die Dokumentation "Caminantes" nationale und internationale Auszeichnungen erhalten hat.
Fernando León de Aranoa schildert nicht Figuren, die den Schaden haben und deshalb für den Spott nicht zu sorgen brauchen. Dieser Regisseur ist ein großer Tragöde mit Fingerspitzengefühl. Meisterhaft würzt er mit einem Quäntchen Humor. Den hat man bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
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