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Mathilde
Der Zauber von Paris
Audrey Tautou spielt "Mathilde" in Jean-Pierre Jeunets Film, der von der Liebe in Frankreich zur Zeit des Ersten Weltkriegs erzählt.

Was für ein Film! Was für ein Luxus! Da nimmt sich ein Erfolgs- Regisseur wie Jean-Pierre Jeunet ("Die wunderbare Welt der Amélie") jede Zeit dieser Welt, um eine wunderbar spleenige, zugleich märchenhafte wie brutal realistische Geschichte von der Liebe in Frankreich zur Zeit des Ersten Weltkriegs zu erzählen.

Fünfzehn Jahre hat Jeunet auf die Verwirklichung seines Plans warten müssen, Sébastian Japricots Briefroman "Die französische Verlobte" in Bilder umzusetzen, die ihren literarischen Ursprung nie verleugnen.

Mit 47 Millionen Euro Budget, aufgebracht von amerikanischen Geldgebern, ist "Mathilde - Eine große Liebe" die bisher teuerste europäische Produktion überhaupt.Für den Kinobesucher ist es nicht leicht, die einzelnen Handlungsstränge im Verwirrspiel um das Mädchen Mathilde und ihrem allen Anschein nach im Krieg gefallenen Verlobten Manech auseinander zu halten. Die Biografien von fünf an der Front zum Tode verurteilten französischen Soldaten werden anfangs in farbigen Rückblenden kurz geschildert - die brutalen Kriegsszenen sind in Schwarz-Weiß gehalten. Die Hinrichtung misslingt, und die Spuren der Verurteilten verlieren sich.

Mathilde, rätselhaft-zauberhaft gespielt von Audrey Tautou, die als "Amélie" internationaler Star wurde, fühlt instinktiv, von magischen Kräften beseelt, wie es nur großen Liebenden geschieht, dass ihr Verlobter am Leben sein muss. Mit Hilfe eines Detektivs beginnt sie in den Archiven den Geschehnissen an der Front nachzuspüren. Das gibt dem Regisseur Gelegenheit, ein in nostalgischem Goldbraun gehaltenes Zeitpanorama des Paris der 20er Jahre und der rauen Idylle der Bretagne zu entwerfen.Wunderbar bildkräftiges Kino Während Mathilde allem Anschein nach auf ihren Vermutungen und ihrer Liebe, die einen Toten zum Leben erwecken könnte, beharrt, lebt eine andere Frau mit dem Namen Tina ausschließlich für die Rache und mordet alle, die sie am Tod ihres gefallenen Mannes für schuldig hält.

"Mathilde - Eine große Liebe" ist wunderbares bildkräftiges Erzählkino, spannend, erregend, komisch und erschütternd zugleich. Der Zuschauer muss nur eines tun: sich in die Zeit fallen zu lassen.

GÜNTER VERDIN

© SN

 

diese seite | 16.03.2005 | 12:17

Daten und Fakten

Regie: Jean Pierre Jeunet

Schauspieler: Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Dominique Pinon, Clovis Cornillac, Jérôme Kircher

Genre: Romanze, Drama

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