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"Vom Suchen und Finden der Liebe": Der neue Film von Helmut Dietl mit Moritz Bleibtreu und Alexandra Maria Lara.
Ihre Stimme habe "keine Höhe und keine Tiefe", klagt die junge, glücklose Opernsängerin. Darauf er, mit nicht minder unglücklichem, aber treuherzigem Blick: "Ich habe schon lange keine Höhen mehr, nur noch Tiefen..." Wenn sich da nicht das ultimative Liebesglück anbahnt!
Aber wer sich ein wenig auskennt in der Oper, der hat die Melodie im Vorspann gleich erkannt und rechnet mit dem Schlimmsten. Die Arie stammt von Gluck, Orpheus klagt, dass er seine Eurydike verloren hat.
Und wie sieht das in der Gegenwart eines deutschen Films aus? Natürlich nicht gut, schon gar nicht mit zwei so ausgeprägten Musik-Neurotikern wie Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara) und Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu), die sich ungefähr mit derselben Intensität bekriegen wie lieben.
Die Trennung erfolgt schließlich just in dem Moment, da sie gemeinsam als Schlager-Duo mit an die Seele rüttelnden Titeln ("Du bist das Flimmern meines Herzens") durchschlagenden Erfolg haben und eine Goldene Schallplatte überreicht bekommen.
Also kein "Rossini" diesmal und auch nicht die "mörderische Frage, wer mit wem schlief". In diesem Film von Helmut Dietl geht es um die hehre, um die klassische Liebe, die das Paar denn auch direkt ins Reich des Hades führt. Verkehrte Welt! Sie kommt ihn holen, der sich aus Liebeskummer ins Jenseits befördert hat.
Wenn Venus Morgenstern singend schmachtet, hat sogar der Köter am Eingang in die Unterwelt Tränen in den Augen. Wird sie es besser machen als das mystische Männer-Original Orpheus, der sich umgedreht und Eurydike endgültig eingebüßt hat? Das verraten wir natürlich nicht.
Nur so viel: Im Lauf der Theater- und Operngeschichte hat man sich nie leicht getan mit dem Ende von "Orpheus und Eurydike". Sogar von Gluck sind zwei Versionen überliefert. Happy End oder nicht: Heutzutage funktioniert es erst recht nicht ohne dramaturgischen Drahtseilakt.
Frau Morgenstern und Herr Nachtigal sind übrigens mit Theo und Helena (Uwe Ochsenknecht und Anke Engelke) befreundet, einem Paar, das ehelichen Pflichten per Laptop nachkommt.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
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