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Hinreißende, temperamentvolle Komödie "Agata und der Sturm" von Silvio Soldini
In den Regalen ihrer Buchhandlung herrscht Ordnung: Ein Griff und jeder gewünschte Titel ist verfügbar. Im wirklichen Leben hingegen geht es bei Agata (Licia Maglietta) eher chaotisch zu. Sie liebt einen viel jüngeren Mann. Wo sie geht und steht, brennen Glühlampen durch, versagen Toaster ihre Dienste oder spielen Ampeln verrückt.
Als wäre das nicht genug, erfährt ihr Bruder Gustavo (Emilio Solfrizzi), ein erfolgreicher Architekt, dass er adoptiert wurde und der wilde, aber herzensgute Schürzenjäger Romeo (Giuseppe Battiston) sein wirklicher Bruder ist.
Dann verliebt sich eine schwedische Bürgermeisterin in Gustavo, ertappt Agata ihren Liebhaber mit einer anderen Frau und hält Romeo die Liebe zu seiner an den Rollstuhl gefesselten Frau nicht davon ab, vielen Träumen und ebenso vielen fremden Röcken nachzujagen.
Es ist ziemlich chaotisch, was sich im Mikrokosmos von Agata und ihrem Bruder abspielt. Aber Regisseur Silvio Soldini macht das Chaos zu einem System, in dem jeder seinen Platz finden kann.
Die hinreißende Komödie handelt hart an der Wahrscheinlichkeitsgrenze mit italienischem Temperament und mediterranem Flair von Irrungen und Wirrungen des Schicksals. Unter der Sonne Genuas führt er Erzählstränge und Figuren zusammen und lässt sie einen gemeinsamen Traum verwirklichen.
Wie schon in seinem Überraschungserfolg "Brot & Tulpen" erzählt Soldini vor allem über seine äußerst charmanten Protagonisten und weniger über eine stringente Geschichte. Es sind kleine Momente, die er patchworkartig zusammensetzt und die sich in einer angenehmen Reise in die Befindlichkeiten von Mittvierzigern verbinden.
"Agata und der Sturm" ist vor allem ein Film über den Mut geworden: den Mut, auf sein Herz zu hören und den Mut, neu anzufangen.
ANDREAS FISCHER
© SN
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