|
Hexen, eine wundersame Gilde? Im Sommerinternat, wo Bibi Blocksberg ihre notorische Mathe-Schwäche kurieren soll, hat man sich bald gewöhnt an die junge Hexe.
Wenn sie nächtens ihrem Bett entsteigt und auf dem Besen entschwirrt, dreht sich die Zimmergenossin bloß mal müde zur Seite . . . A propos Besen. Eine Hexe unserer Tage geht mit der Zeit. Bibis Mutter nimmt eher das Auto, erst wenn sich die Dinge dramatisch zuspitzen, greifen sie und die ganze Hexenmeute zum konventionellen Hexenluftverkehrsmittel. Und Hexendamen im besten Alter - also so um die 240 Jahre - bedienen sich verständlicherweise noch der Glaskugel, um Aufschlüsse und Durchblicke zu gewinnen. Die jüngeren - jene, die ihr Outfit eher an Nina Hagen oder jüngeren Vorbildern aus der Pop-Welt ausrichten - verwenden Laptops.
Die Fortsetzung nach dem erfolgreichen "Bibi Blocksberg"-Film (2002): Kann so etwas überhaupt funktionieren, nach Harry Potter, nach "Herr der Ringe" - mit den Mitteln des guten alten deutschen Unterhaltungsfilms? Regisseurin Franziska Buch war sich des Anspruchs wohl bewusst und man sieht dem Film an, dass die Filmemacherin gezielt einen eigenen Weg aus der Kreuzung bewährter Muster und leichter Ironisierung gesucht hat. Den Inhalt braucht man hier detailliert nicht erzählen. Da in den vergangenen 15 Jahren rund 33 Millionen "Bibi Blocksberg"-Hörbücher verkauft wurden, weiß die Zielgruppe ja genau, dass die eifersüchtige Rabia von Katzenstein (ein grandios-temperamentvoller Cruella-Verschnitt: Corinna Harfouch) wieder hinter Bibi Blocksberg her ist. Viel Witz ist drinnen und allerlei Zitate machen die Wiederbegegnung auch für Große nicht zum verlorenen Kinonachmittag.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
|