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Garfield
Ach du lieber Odie!
Als Comicfigur begeistert er Millionen, im Kino zeigt sich Garfield als computer- gesteuerter Ungustl in einem banalen Film.

Fett und faul, und noch stolz drauf. Natürlich taugt ein solcher Katzen-Fiesling zur Kultfigur für uns Couch-Potatoes. Wie er dem etwas einfältigen Odie aus Jux und Tollerei an die Gurgel geht oder wie er seinem Menschen Jon - dessen Blick ungefähr so treuherzig und intelligent ist wie jener von Odie - unter der Hand den Lasagne-Teller wegzieht und gegen den Katzenfutter-Pott tauscht, das wirkt immer wieder witzig. Garfield, der (aus-)gezeichnete Egoismus: Dafür können sich, wenn's wahr ist, jeden Tag 260 Millionen Menschen begeistern. In 2600 Zeitungen werden die Garfield-Cartoons regelmäßig abgedruckt. 1988 war eine Garfield-Zeichentrickserie immerhin einen Emmy wert. Aber jetzt als Film - ach du lieber Odie! Der Krampf beginnt damit, dass die Cartoons ja keine zusammenhängende Geschichte erzählen, sondern im Grunde immer nur Varianten derselben kleinen fiesen Finten des sympathieträchtigen Schnurr-Ungustls. Auf achtzig Minuten braucht's schon einen Plot, und den liefert das Original nicht. Hier wird ein Bösewicht aus der Katzenfutterwerbung eingeführt, um ziemlich verquere Handlungskonstruktionen auf den Weg und Garfield aus dem Haus zu bringen. Das Wenige darf man nicht auch noch verraten, nur so viel: Die Tierärztin hat Jon den Hund Odie aufgeschwatzt, Garfield die Rolle als erstes Haustier eingebüßt. Er sperrt Odie über Nacht aus, und der Hund wird prompt Opfer eben jenes Bösewichts, der sich mit dem talentierten Hinterpfotentänzer (eine Kunst, die ihm pikanterweise Garfield beigebracht hat) TV-Erfolg verspricht. In weiterer Folge sind Garfield, Jon und die Tierärztin mit der Suche und Rückgewinnung Odies beschäftigt. Der Showdown in der Gepäckaufbewahrung eines Bahnhofs hat etwas von der Gelenkigkeit des Speckkaters.

Kaum zu glauben, dass Alec Sokolow, einer der Textautoren der "Toy Story" da seine Feder mit im Spiel gehabt haben soll. In der deutschen Fassung jedenfalls hält sich der Witz sorgsam bedeckt. Kleinkindniveau? Man soll die lieben Kleinen bekanntlich nicht unterschätzen. Thomas Gottschalk, Synchronstimme für Garfield, rettet gar nichts. Mit lustloser Monotonie sagt er einen seichten Gag nach dem anderen auf.

Garfield ist in diesem Film die einzige computergenerierte Figur. Und das Drumherum ist von Ausstattung und Besetzung her nicht einmal für Vormittags-Fernsehserien tauglich. Ein humorloser Krampf, für den Peter Hewitt verantwortlich zeichnet. Nie wieder Garfield, und Lasagne nur noch ausnahmsweise!

REINHARD KRIECHBAUM

© SN

 

diese seite | 08.11.2004 | 10:50

Daten und Fakten

Regie: Peter Hewitt

Schauspieler: Bill Murray, Breckin Meyer, Jennifer Love Hewitt, Stephen Tobolowski, Debra Messing

Genre: Komödie

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