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Als sie Italien Richtung Amerika verlassen haben, mussten sie erfahren, dass es zwei Amerika gibt. Die USA und die billige Kopie, Kanada.
Und dort gibt's auch wieder ein Original und eine Light-Version: Die ist zum Beispiel dort, wo sich mittelmäßige französischsprachige Filmemacher der Clan-Eigenarten ihrer italienischstämmigen Mitbürger annehmen. Mamma mia!
"Little Italy" in der frankokanadischen Diaspora. Da ist die Familie in Ordnung, "Mamma" hat das Sagen und die Jungen wohnen gefälligst daheim bis zur Hochzeit. Geheiratet wird natürlich eine italienischen Braut. Angelo tendiert aber auffallend zu einem jungen Italiener. Man zieht zusammen. Ein Wunder, dass die Schrebergartenwelt von "Little Italy" allmählich aus den Fugen gerät?
Die Partnerschaft der beiden Männer ist nicht ganz unbelastet. Angelo tendiert dazu, sich zu outen. Freund Nino hat wenig Lust, dass sein Leben vor der Mamma und den Cop-Kollegen aufgedeckt wird. Dann taucht eine heiratswillige Italienerin auf.
Regisseur Émile Gaudreault hat alle Klischees über Schwule und Italiener gesammelt und zu einer Plapperkomödie zusammengepappt. Eine unoriginelle Geschichte (im Original ein Boulevard-Bühnenstück) wurde mit brauchbarem Komödien-Handwerk, einigem Tempo, aber nur ganz wenigen wirklich originellen Ideen umgesetzt.
Die immer gleichen Gesten und Gesichtsausdrücke - Schauspielerei ist auch nicht gerade daheim in diesem Film.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
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