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Wie aus einer Überraschungs-Wundertüte kommen sie manchmal daher: Die kleinen aber feinen amerikanischen Independent-Filme, die keinen Mustern gehorchen und so unvollkommen sind wie die Menschen, die sie zeigen.
"Pieces of April" (Ein Tag mit April Burns) ist ein Prachtbeispiel einer verkorksten Familie, die noch einmal versucht, zusammenzufinden.
Genau das kann nur in eine Kitschorgie münden. Sollte man meinen. Aber Regisseur Peter Hedges (Drehbuchautor von "About A Boy" und "Gilbert Grape") bahnt sich stilistisch holprig eigenwillige Wege. Ihm zur Seite steht die Titelheldin April (Katie Holmes), die immer schon das schwarze Schaf in der Familie war. Deshalb ist sie nach New York gezogen und hat sich mehr schlecht als recht ein neues Leben aufgebaut. Nun möchte sie die Ihren zu Thanksgiving zu einem Versöhnungsessen einladen.
Freilich: Zu so einem besonderen Dinner gehört ein Truthahn und - noch wichtiger - ein Herd, in dem man das Tier brutzeln kann. Hier stellt sich April das Hauptproblem, verweigert doch ihr Ofen den Dienst.
Als die Familie endlich eingetroffen ist und den afroamerikanischen Freund Aprils entsetzt zur Kenntnis genommen hat, ist der Truthahn nach mehreren Gastspielen in diversen Öfen endlich gar.
Wie auch die Geschichte, die im Wiedersehen der Tochter mit ihrer todkranken Mutter (Patricia Clarkson) gipfelt. Der Humor ist durch Tragik klug ausbalanciert und wirkt so um so stärker.
PIERRE A. WALLNÖFER
© SN
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