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In Renny Harlins Thriller "Mindhunters" hat es ein Serienkiller auf angehende FBI-Profiler abgesehen. Ihre Prüfung wird zur tödlichen Falle.
Sie hätten wohl Agatha Christies Krimi "And Then There Were None" ("Zehn kleine Negerlein") lesen sollen, bevor sie sich auf die Insel begaben. Dort wartet nämlich auf die sechs angehenden FBI-Agenten mehr als nur die große Abschlussprüfung ihrer Ausbildung zum "Profiler".
Das ahnen die FBI-Azubis allerdings nicht, als sie von ihrem ebenso unkonventionellen wie umstrittenen Lehrherrn Jake Harris (Val Kilmer) auf dem abgeschieden im Meer liegenden Marinestützpunkt ausgesetzt werden. Inmitten der Kulissen eines für militärische Übungen aufgebauten Potemkinschen Dorfes müssen die Prüflinge einen Tatort finden und anhand der dort vorgefundenen Spuren ein Täterprofil erstellen.
Aus dem Spiel wird rasch blutiger Ernst, denn nur das erste Mordopfer ist eine Puppe. Vor den Augen aller tappt einer der Prüflinge in eine raffiniert aufgebaute, tödliche Falle. Plötzlich handelt es sich um keine Simulation mehr.
Nach der gründlichen Durchsuchung der kleinen Insel scheint klar zu sein, dass nur einer der fünf übrig gebliebenen Prüflinge oder ihr neutraler Beobachter Gabe Jensen (LL Cool J) als Täter in Frage kommt. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, denn der psychopathische Killer lässt an jedem seiner Tatorte eine Uhr zurück, die den Zeitpunkt seines nächsten Zuschlagens avisiert.
Mangelnde Pünktlichkeit kann dem Mörder nicht nachgesagt werden. Auf die Minute genau schlagen die technisch aufwändigen Fallen zu, womit das handelnde Personal kontinuierlich reduziert wird. Vom schauspielerischen Aspekt her betrachtet stellt das keinen allzu großen Verlust dar, denn Kathryn Morris, Jonny Lee Miller, Patricia Velasquez, Eion Bailey, Clifton Collins jr. und Will Kemp bleiben als "Profiler"-Anwärter gleichermaßen farblos.
Regisseur Renny Harlin ("Cliffhanger") bezieht in das Katz-und-Maus-Spiel seines Thrillers "Mindhunters" auch den Zuseher mit ein. Nach klassischem Vorbild wird nach und nach auf jede der handelnden Personen der Verdacht gelenkt. Wenig später ist der oder die Betreffende dann tot und scheidet somit als Täter aus. Spannung will sich dennoch keine einstellen, weil das Geschehen auf der Leinwand die Gesetze der Logik völlig ignoriert.
Vielleicht hätten auch die beiden Drehbuchautoren Wayne Kramer und Kevin Brodbin mehr Agatha Christie lesen sollen.
MICHAEL STADLER
© SN
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