|
"Timeline" beamt Paul Walker, Frances O'Connor und Gerald Butler in die Ritterzeit
Außergewöhnliche Lebensdaten: 1971 bis 1382. Kein Tippfehler - ein Beamer macht's möglich. Die brillante technische Errungenschaft befördert die Menschen nicht nur von einem Punkt zum anderen, sondern katapultiert sie auch mit einem Riesensprung zurück in die Vergangenheit.
Nur verläuft die Rückreise nicht nach Fahrplan. So landet eine Gruppe von jungen Wissenschaftern - Archäologen, Historiker - ausgerechnet am Ort ihrer eigenen Ausgrabungsstätte. Und das am 4. April 1357. Da tobt der Hundertjährige Krieg. Vor der bevorstehenden Schlacht um die Festung La Roque machen sich die Bewohner des Örtchens Castleguard auf und davon. Was nur die Zeit-Reisenden wissen können: Es wird brenzlig für die Engländer, denn am Abend werden die Franzosen die Festung erobern.
Was hätte das für eine pointenreiche Geschichte werden können! Immerhin haben die jungen Leute einen Vorsprung an Evolution. Und sie könnten, weil sie es abwechselnd mit beiden Kriegsparteien zu tun haben, auch ein wenig den Lauf der Geschichte korrigieren. Aber so etwas gehört sich wohl nicht für seriöse Wissenschafter.
So bleibt's bei einem über eindreiviertel Stunden ermüdenden Davonlauf- und Abfangspiel, im Hagel von Pfeilen und anderem archaischen Gerät aus der Ritterzeit.
Ein paar von der Gruppe sind immer gerade vom jeweiligen Gegner gefangen, und das hält - bar jeder Logik zwar, aber was soll's? - den Gang der Dinge am Köcheln.
Es kommt nicht die Spur von Spannung auf. Welche Paare zuletzt zueinander finden werden, zeichnet sich auch rasch ab.
Ältere Saurier mögen vielleicht Thrill empfinden, weil Bestsellerautor Michael Crichton ("Jurassic Park") das Buch lieferte. Richard Donner ("Lethal Weapon") führte Regie - bei dieser Vorlage von vorneherein eine zum Scheitern verurteilte Angelegenheit.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN
|