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Grusel-Thriller von Mathieu Kassovitz mit Halle Berry
"Da draußen gibt es etwas", wird sie nicht müde zu beteuern, "ja, ich glaube an übernatürliche Kräfte". Spricht Halle Berry nur aus PR-Gründen so oder haben ihr die Dreharbeiten zu "Gothika" derart zugesetzt, dass sie in Interviews zum Film immer wieder den "Alles ist möglich"-Satz aufsagt?
Geht es nach "Gothika", dann ist ein Besuch aus dem Jenseits nämlich durchaus denkbar. Just den erlebt die völlig rational handelnde Kriminalpsychologin Miranda Grey (Berry), als ihr eines Nachts ein halbnacktes Mädchen vor den Wagen läuft und in Flammen aufgeht.
Als Grey wieder zu sich kommt, findet sie sich in ihrer gewohnten Arbeitsstätte wieder, allerdings auf der anderen Seite der Glaswand: Die junge Gefängnisärztin wurde eingewiesen und ist in ihrer eigenen Gummizelle gelandet.
Hat sie wirklich ihren Mann ermordet? Was bedeuten die eingeritzten Worte "Nicht allein" auf ihrem Arm. Wieso hört sie Stimmen, wer huscht da über den Gang? Eine Frau, die nicht ernst genommen wird und unter Verdacht steht: Langsam wird die Behandelnde selbst wahnsinnig. Es mag einiges undichtes Gespenstergarn in dieser Geschichte geben, atmosphärisch aber ist sie kompakt. Und sie funktioniert, denn die Mischung aus Horror und Thriller ist die richtige. Die Frage nach dem "wer" und "wie" wird bis zum Schluss aufrecht gehalten und überschreitet nie die Grenze zur Lächerlichkeit.
Beim Produzenten-Team Joel Silver ("Matrix") und Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft") war nach Grusel-Albernheiten wie "13 Geister" oder "Ghost Ship" Schlimmstes zu befürchten. Vielleicht löste aber der Pariser Regisseur Mathieu Kassovitz den Knoten.
Kassovitz fiel schon mit seinem edlen Mysterykrimi "Die purpurnen Flüsse" mit Jean Reno auf und setzt nun Hollywood-Schönheit und Oscar-Gewinnerin Halle Berry gekonnt in Szene. "Ich glaube nicht an Geister, aber sie glauben an mich", sagt Berry an einer Stelle im Film. Mit etwas gutem Willen lässt es sich auch gut an diesen leicht albtraumhaften und durchaus unterhaltsamen Psychothriller glauben.
DANIEL RONEL
© SN
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